Vier Geschichten, ein einziges Land
Umbrien lässt sich nicht mit Etiketten beschreiben: Man muss es genießen. Jedes Produkt bewahrt eine Geschichte, jede Verkostung ist eine Reise zu einem bestimmten Ort.

Käse und Wein: ein Dialog mit dem Terroir

In Umbrien ist die Käsetradition ebenso alt wie ihre Weiden. Der Pecorino – hergestellt aus der Milch von Schafen, die in den Sibillinischen Bergen oder auf den Colli Martani gehalten werden – entwickelt je nach Reifung unterschiedliche Charaktere: frisch und mild, halbgereift mit Noten von aromatischen Kräutern, gereift und würzig, perfekt zum Reiben. Der gesalzene Ricotta aus Schafsmilch, ein Slow-Food-Presidium, ist eine Spezialität der Valnerina, die in kleinen Formen gereift wird, um ihren Geschmack zu intensivieren.
Um diese Käsesorten herum entsteht ein Dialog mit den Weinen. Ein frischer Pecorino passt hervorragend zum Grechetto, einem strukturierten Weißwein mit fruchtigen Noten. Ein gereifter Pecorino findet im Sagrantino ein kraftvolles Gleichgewicht, bei dem die Tannine des Weins durch die Würze des Käses abgemildert werden. Rund um den Trasimenischen See passt der Gamay – ein frischer, überraschend leicht zu trinkender Rotwein – zu halb gereiften Käsesorten und zur lokalen Tradition der Wurstwaren.

Natives Olivenöl extra: Die umbrische Besonderheit und ihre Vorteile

Umbrien hat ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal in Italien: Es ist die einzige Region, die ausschließlich Natives Olivenöl extra mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U./DOP) produziert. Fünf Untergebiete zeigen die Vielfalt eines Produkts, das durch seine intensiv grüne Farbe und seine Aromen von Artischocke, frisch geschnittenem Gras und Mandel verbunden ist.
Ein Besuch in einer Ölmühle bedeutet, eine seit Jahrhunderten überlieferte Kunst zu entdecken, aber auch zu verstehen, warum dieses Öl als besonders wertvolles Lebensmittel gilt. Ernährungswissenschaftler heben seine entzündungshemmenden Eigenschaften hervor, seinen hohen Gehalt an Polyphenolen – Substanzen, die die Zellen schützen – und seine Rolle bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Umbriens natives Olivenöl extra ist nicht nur ein Würzmittel: Es ist ein Verbündeter des täglichen Wohlbefindens, der Genuss und Gesundheit vereint.

Die kleinen, großen Schätze der umbrischen Speisekammer

Neben Wein und Öl gibt es ein Umbrien der Nischenprodukten besteht, die mit Geduld auf kleinen Flächen angebaut und von Gemeinschaften bewahrt werden, die sich der Vereinheitlichung widersetzt haben.
Die Linse aus Castelluccio, die auf dem Hochplateau der Sibillinischen Berge angebaut wird, ist klein und zart, mit einer Farbe, die von Grün bis rötlich variiert. Sie muss nicht eingeweicht werden und gart schnell, wobei sie ihre zarte Konsistenz behält.
Der Dinkel aus Monteleone di Spoleto, ein Slow-Food-Presidium, ist ein uraltes Getreide aus den Bergregionen der Valnerina, reich an Ballaststoffen und Proteinen, mit einem intensiven Geschmack, der an Hochlandweiden erinnert.
Der Safran aus Cascia und Città della Pieve gehört zu den wertvollsten Gewürzen Italiens. Von Hand im Herbst geerntet, verleihen seine tiefroten Fäden den Gerichten ein unverwechselbares Aroma und eine goldene Farbe.
Die Fagiolina del Trasimeno, eine winzige und seltene Hülsenfrucht, wächst an den Ufern des Sees. Ihre sehr dünne Schale erfordert kein Einweichen, ihre Konsistenz ist cremig und ihr Geschmack zart, mit Anklängen an Wasser und Erde der Umgebung.
Der Trüffel - schwarzer Trüffel, Sommertrüffel und im Herbst der kostbare weiße – ist der König der umbrischen Küche. Er ist nicht nur eine Zutat, sondern eine Erfahrung, die im Wald beginnt, mit dem Trüffelsucher und seinem Hund, und am Tisch endet, wo seine intensiven, erdigen Noten ein einfaches Gericht in eine unvergessliche Erinnerung verwandeln.

Diese Produkte erzählen von einem weniger bekannten, aber authentischen Umbrien, geprägt von altem Wissen und einer großzügigen Landschaft, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden.

Handwerksbrauereien: wenn Tradition auf das Unerwartete trifft

In Umbrien hat das handwerklich gebraute Bier einen eigenen, originellen Weg gefunden. Es beschränkt sich nicht darauf, internationale Stile zu interpretieren, sondern bereichert das Bier mit Zutaten aus dieser Region und schafft so eine neue, überraschende Sprache.
Manche verwenden den Dinkel aus Monteleone di Spoleto, um würzige Noten und eine samtige Textur zu erzielen. Andere fügen Linsen aus Castelluccio hinzu, um eine elegante Bitterkeit und einen anhaltenden Schaum zu erhalten. Einige experimentieren mit Safran aus Cascia, der dem Bier eine goldene Farbe und ein unverwechselbares Aroma verleiht. Und dann gibt es noch die Fagiolina del Trasimeno, Hanf aus Nocera Umbra, Honig aus den Monti Martani und Kastanien aus dem nördlichen Umbrien.
Das Ergebnis ist kein Bier, das versucht, Wein zu imitieren, sondern ein Produkt, das die Region in seiner eigenen Sprache erzählt. Ein Angebot, das diejenigen begeistert, die authentische und überraschende Geschmäcker suchen, und selbst erfahrene Gaumen überrascht – gerade weil die Brautradition hier keine Nachahmung, sondern Entdeckung ist.