Stone walls made of large blocks from the ancient city of Urvinum Hortense along the edge of the archaeological site.

Urvinum Hortense

Ein bedeutendes archäologisches Erbe in einer landschaftlich besonders schönen Umgebung

Die archäologische Stätte der antiken römischen Stadt Urvinum Hortense, die von Plinius dem Älteren in seiner Naturalis Historia erwähnt wird, liegt nur wenige hundert Meter vom Dorf Collemancio (506 m) in der Gemeinde Cannara entfernt.

Urvinum Hortense war ein kleines Municipium, das auf einem bescheidenen Höhenrücken lag (526 m ü. M.), der sich über das Tal der Umbrer erstreckt und den nordöstlichen Ausläufer der Monti-Martani-Gruppe bildet. Wie regelmäßige Ausgrabungen und Studien der Universität Perugia gezeigt haben, wurde der antike Ortskern im 2. Jahrhundert v. Chr. geplant. Eingegliedert in die augusteische Regio VI, entwickelte sich der Ort erst zwischen dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. und dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr. zu einer echten Stadt. Wahrscheinlich wurde hier 47 v. Chr. der Dichter Properz geboren, und es ist bekannt, dass der Konsul Fabius Valens während des Krieges gegen Kaiser Vespasian (69 n. Chr.) hier gefangen gehalten wurdeObwohl der Ort im 5. Jahrhundert durch die Barbareneinfälle verfiel, war er auch im Frühmittelalter noch bewohnt, wie die Überreste der frühchristlichen Basilika Santa Maria de Orbinum (6.–9. Jh.) belegen, die aus wiederverwendeten Bauelementen der römischen Stadt errichtet wurde.

Eine antike römische Stadt besichtigen

Die Stätte verfügt über ein umfangreiches archäologisches Erbe — das größtenteils noch museal erschlossen wird — sowie über bedeutende Natur- und Umweltressourcen, die bislang wenig bekannt sind. Ein Besuch der Ausgrabungsstätte wird wesentlich ergänzt durch das Antiquarium im spätmittelalterlichen Palazzo del Podestà in Collemancio sowie durch das Stadt- und Territorialmuseum von Cannara, wo zahlreiche Funde aus dem Gebiet ausgestellt sind, die die Geschichte des Municipiums von seinen Anfängen bis in die Neuzeit dokumentieren.

Die Ausgrabungen haben eine von einer Mauer umschlossene Siedlung freigelegt, deren Reste im westlichen Teil des Plateaus sichtbar sind. Der städtische Grundriss orientierte sich an der Straße, die Urvinum Hortense mit Mevania (Bevagna) und Vettona (Bettona) verband. Entlang des gepflasterten Abschnitts, der in der Mitte des Plateaus freigelegt wurde, stand ein Tempel, dessen rechteckiger Podiumsbau (23,80 × 17,80 m) noch heute erhalten ist. Das Gebäude aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurde nach dem römischen Fuß (29,64 cm) vermessen.

Im nördlichen Bereich des Geländes befinden sich die eindrucksvollen Ruinen einer Zisterne und eines weitläufigen Thermenkomplexes von über 400 m². Aus diesem Bereich stammt der reiche polychrome Mosaikboden mit Nil-Szenen, der bei seiner Entdeckung abgenommen wurde und heute im Stadt- und Territorialmuseum von Cannara zu sehen ist.

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