Die Schokoladenstadt Perugia
Ein Eintauchen in die genussvolle Welt der „Speise der Götter“
In Perugia ist Schokolade zu … einer Stadt geworden! Im Oktober 2025 wurde die Città del Cioccolato (Schokoladenstadt) eröffnet – das größte Erlebnismuseum Europas, das dieser köstlichen Spezialität gewidmet ist.
Auf insgesamt 2.800 Quadratmetern entfaltet sich eine Welt der Süßigkeiten im Herzen der Stadt, auf der zentral gelegenen Piazza Matteotti, im historischen Gebäude des Mercato Coperto. Dabei handelt es sich um das erste Bauwerk Italiens aus Stahlbeton, das 1932 auf Initiative des Podestà Giovanni Buitoni errichtet wurde, einer Persönlichkeit, die eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Schokolade in der umbrischen Hauptstadt spielte.
Die lange Geschichte der Schokolade
Eine regelrechte Kakaowaldlandschaft erwartet die Besucher. Die sorgfältig gestaltete Szenerie schafft einen eindrucksvollen Rundgang durch Farben und Klänge eines tropischen Regenwaldes. Entlang dieses Weges begeben sich die Besucher auf eine Reise durch die Geschichte der Schokolade – von ihrer Nutzung in präkolumbischen Gesellschaften, wo sie als wirksames Mittel gegen Ermüdung galt und Kakaobohnen sogar als Zahlungsmittel dienten, über ihre Verbreitung an den europäischen Höfen durch den Konquistador Hernán Cortés bis hin zur Ausweitung des Konsums und zur Weiterentwicklung des Produkts durch Meisterchocolatiers. Dabei wird auch die Entstehung bedeutender historischer Schokoladenzentren in Italien beleuchtet, darunter Turin, Florenz und Modica.
Ein besonderer Bereich ist schließlich der Perugina-Fabrik gewidmet, die 1907 aus einer genialen Idee von Luisa Sargentini Spagnoli (Perugia, 1877 – Paris, 1935) hervorging – einer Unternehmerin, die für die Geschichte der Stadt Perugia von großer Bedeutung war. Auf der Galerie des oberen Stockwerks ist zudem die Sammlung von Gustav Kramsky zu sehen, dem weltweit größten Sammler von Schokoladentafeln-Verpackungen.
Die Erzählung beschränkt sich nicht allein auf den historischen Aspekt: Auf der unteren Ebene – die entweder über einen bequemen Steg oder über eine unterhaltsamere Rutsche erreichbar ist – führt das Museum mitten in das Herz der gesamten Schokoladenwertschöpfungskette, von der Ernte der Kakaobohnen bis zum fertigen Produkt, und beleuchtet dabei auch den geografischen und sozialen Kontext der Erzeugerländer. Entlang des verbindenden Stegs befindet sich die Choco Expo, ein eigens für Wechselausstellungen und internationale Projekte vorgesehener Bereich.