Ferentillo

Abtei di San Pietro in Valle a Ferentillo

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Die Abtei San Pietro in Valle liegt mitten in einem dichten Wald halb auf dem Monte Solenne entlang der Staatsstraße Valnerina, die von Ferentillo Richtung Cascia führt.

 

Zwischen dem 4. und 6. Jh. lebte an diesem Ort eine kleine Einsiedlergemeinschaft, die 40 Jahre lang eine an der aktuellen Kirche anliegenden Grotte bewohnte. Der Klosterkomplex ist heute in privater Hand und wurde kürzlich restauriert, um touristische Unterkünfte zu schaffen.

Die benediktinische Abtei San Pietro in Valle ist eines der bedeutendsten Zeugnisse mittelalterlicher Kunst in Mittelitalien.
Der Komplex wurde im 8. Jh. auf Befehl von Faroald II. Herzog von Spoleto, errichtet, um ein eremitisches Leben zu führen. Hier wurde er im Jahre 728 begraben. Im Jahr 840 wurden die Mönche, die das Gebäude bewohnten, auf Befehl des Bischofs von Spoleto vertrieben und im Jahre 1016 wurde die Abtei von den Sarazenen zerstört.

Ende des 12. Jh. wurde die Abtei erweitert und restauriert und im Zuge weiterer Renovierungsarbeiten durch einer Serie von Fresken im Kirchenschiff aufgewertet.

Mit dem Wiederaufbau des angrenzenden Klosters verstärkte die Abtei ihre Besitztümer und ihren Einfluss auf das Gebiet, das ihr bis zum Jahre 1303 unterworfen war. 1477 gab Sixtus IV. die Abtei auf und 1517 war sie im Besitz von Francesco Cybo, um dann nach der Vereinigung Italiens in den Besitz der Gemeinde Ferentillo überzugehen.

Im 15. Jh. wurde sie um den Kreuzgang erweitert und in den ersten Jahren des 16. Jh. wurde die aktuelle Fassade mit kleinem Spitzdach gebaut, sehr schlicht, mit einem Renaissance-Tor, das von einer Rosette gekrönt wird.

Im Inneren der Kirche sind einige langobardische Bruchstücke und fünf römische, mit heidnischen Symbolen verzierte Sarkophage bewahrt, außer einem asiatischer Abstammung, der gemäß der Sage den Leichnam von Herzog Faroald II. beherbergt.
Im oberen Bereich der seitlichen Wände und im Chorbogen finden Sie einen wichtigen Freskenzyklus aus dem 7. Jh. mit Geschichten aus dem alten und neuen Testament. Dieser wird aufgrund der Anzahl der Szenen und seines guten Zustands als einer der bedeutendsten Zyklen der romanischen Malerei in Italien betrachtet und stellt eine der ersten Reaktionen auf den „hieratischen" Stil der byzantinischen Malerei dar. Die restlichen Wände und die drei Apsiden sind mit Fresken aus dem 15. und 16. Jh. versehen.

Der Hauptaltar ist in der Mitte des Chorraums situiert und mit Marmorfragmenten aus dem 8. Jh. verziert, die Altarverkleidung verfügt über die Inschrift Ursus Magister, erstes Exemplar einer unterschriebenen Skulptur.

Der Glockenturm mit viereckigem Grundriss erhebt sich auf fünf Stockwerken, die von seitlichen Rahmen verziert werden. Die Wände enthalten verschiedene Steinfragmente aus römischer Epoche.

 
Ein Tor aus der zweiten Hälfte des 11. Jh. ziert den Kreuzgang mit rechteckigem Grundriss und doppeltem Bogengang, dessen untere Bögen auf das 7. Jh. zurückgehen, während die oberen aus einer späteren Epoche stammen. Im Hof befindet sich ein umlaufender Altar aus Marmor, vermutlich griechischer Herkunft, mit Basreliefs von Satyren und Mänaden.
Die restlichen Gebäude, aus denen der Komplex besteht, stammen aus dem 12.-13. Jh. und sind um den Kreuzgang angeordnet