Narni

Abtei von San Cassiano

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Der Abteikomplex befindet sich in der Gegend von Narni, auf den steilen Hängen des Santa Croce Bergs, in einer für ein solches Bauwerk unüblichen Lage.
Die Kirche tritt mit griechischem Kreuz in Erscheinung.
Das Innere ist in drei Rundbogenschiffe aufgeteilt, die sich auf kapitellgekrönte Säulen stützen, welche sich am Kreuzungspunkt der Ausleger in kreuzförmige Pfeiler verwandeln. Das Dach ist aus hölzernen Sparren gefertigt, die das Originaldach ersetzen.
Die Fassade befindet sich über einer hohen Freitreppe, mit Walmprofil, einem ausgeschmiegten Rundbogenportal (Mauerabschrägung) mit einer mit Fresken verzierten Lünette und einem großen Bogenrücken aus lokalem Gestein. Am oberen Teil der Vorderseite öffnet sich ein dreibogiges Fenster mit eleganten kleinen Säulen und drei kleinen Fenstern.
Der Glockenturm mit quadratischem Grundriss wurde über einem alten Turm seitlich der Kirche wiederaufgebaut und wird durch eine Reihe von eleganten zweibogigen Fenstern mit kleinen Steinsäulen entlastet.
Um die Kirche herum weitet sich der Klosterkomplex aus, der teilweise von Mauern umschlossen wird (die wahrscheinlich auf das XV. Jahrhundert zurückgehen).
Die Abtei wurde von den Benediktinermönchen gegründet. Das Kloster wurde zum ersten Mal 1091 in der Farfensischen Chronik erwähnt. 
Auf den Klostermauern ist das Datum 1334 zu lesen, das Jahr, in dem die Umbauarbeiten der Kirche durchgeführt wurden, bei denen das Klosterportal und der Glockenturm errichtet wurden.
Diese Maßnahmen zeugen von der Bedeutung der Abtei vom XIV. Jahrhunderts bis zum Jahr 1532. In diesem Jahr wurde sie in Kommende weitergegeben, aber die Vernachlässigung durch die Kommendatare führte zum Verfall und zur Aufgabe eines Teils der Mönche. Im Jahr 1849 wurde sie an Privatpersonen verkauft.
Der Verfall, von dem sie heimgesucht wurde und der zur Plünderung der Ausstattung und der Dokumente führte, konnte durch die in den 70 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf Staatskosten durchgeführten Renovierungsmaßnahmen aufgehalten werden.
Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde es möglich, die ursprüngliche Anlage mit griechischem Kreuz an den Tag zu bringen, welche die Maßnahmen des XIV. Jahrhunderts in eine dreischiffige Basilikaanlage umgestaltet hatten.
Heute ist der Komplex wieder Residenz der Benediktinermönche.


Bibliografie
Santini L. (1998), Guida di Terni e del ternano, Ponte S. Giovanni (PG), Quattroemme
Sperandio B. (2001), Chiese romaniche in Umbria,Ponte S. Giovanni (PG), Quattroemme