Perugia

Mugnano, die Stadt der „bemalten Mauern"

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Mugnano, die Geschichte einer Stadt...

Nahe Perugia und Magione, in der Nähe des Trasimenischen Sees, befindet sich Mugnano, eine kleine aber malerische Stadt umgeben von der umbrischen Landschaft.
Die Ortschaft stammt von Siedlungen aus dem 2. Jh. v. Chr., denen der Bau einer florierenden benediktinischen Abtei zwischen dem 9. und 10. Jh. folgte. Die Mönche waren hier mit der Urbarmachung der umliegenden Gebiete beschäftigt, die in kurzer Zeit die fruchtbarsten in der ganzen Region wurden.

 
Zum Schutz der Güter und der Bevölkerung wurde im 14. Jh. ein Schloss errichtet, mit Außenmauern und einem mächtigen Turm, dem im 18. Jh. der Glockenturm aufgesetzt wurde. Im selben Jahrhundert siedelte sich im Inneren des antiken Castrum die Brüderschaft des Santissimo Sacramento an.
Versäumen Sie nicht den Besuch der Piazzetta della Pompa im Schloss, mit ihrem tiefen Brunnen, aus dem die Frauen schon zu Beginn des 20. Jh. mit einer handbetriebenen Pumpe Wasser schöpften
..... und ihrer „bemalten Mauern"....
 

In der Stadt, in einer fast surrealen Atmosphäre, schlängelt sich der Weg zur Entdeckung der „bemalten Mauern" mit mehr als vierzig Fresken und Wandgemälden von italienischen und ausländischen Künstlern: eine sehr interessante Dauerausstellung nach einer Idee des Malers Benito Biselli.

Die Originalität der Malereien, die Themen, die Stile und die angewandten Techniken verleihen den verschiedenen Sprachen der Kunst Ausdruck, in dem sie von Figurativem zu Informellem variieren und so dem alten Gemäuer Farbe und Form verleihen.

Mugnano wurde in den 70er Jahren des 20. Jh. für Kritiker interessant, als in der Stadt vier Ausstellungen mit hohem Niveau veranstaltet wurden, bei denen Werke von wichtigen Künstlern kurzzeitg ausgestellt wurden. Im Laufe der Jahre änderte sich die Idee dahingehend, dass aus einer kurzzeitigen Ausstellung eine dauerhafte wurde. 1983 wurde zum ersten Mal „In....contriamoci a Mugnano" (Treffen wir uns in Mugnano) veranstaltet. Hierbei handelt es sich um ein jährlich Ende Juni/Anfang Juli stattfindendes Stadtfest, das die leckeren Gerichte der regionalen Önogastronomie vorstellt und den architektonischen Stadtkern, die kleinen Gassen und Piazzette mit bleibenden Kunstwerken bereichert. Im ersten Jahr wurden die besten acht Maler aus der Region damit beauftragt, ebenso viele „bemalte Mauern" zu schaffen, die eine leidenschaftliche Kritik entfachten. Im darauffolgenden Jahr wurde die Veranstaltung auch für ausländische Künstler geöffnet und so ist sie heute bei mehr als 40 bemalten Mauern angelangt.
In den Tagen vor dem Fest wird die Stadt von einer großen Vorfreude belebt: es werden Gerüste vor den Mauern aufgebaut und die Künstler beginnen ihr Werk, umgeben von Neugierigen und Fachleuten.

„Die Mauern der Stadt besingen ein plötzliches Erblühen von Kunstwerken, ein rythmisches Aufsetzen von malerischen Siegeln, dort, wo jeder Künstler den Saft seiner Kreativität niedergelegt hat" (Mimmo Coletti, 1990)

Seit 2008 wird der Weg mit Energiesparlampen beleuchtet und ist somit auch nachts zu besichtigen.

 
Alle Fresken, auch kürzlich erstellte, verschmelzen perfekt mit der antiken Stadt und geben einem das Gefühl, dass sie schon immer da gewesen sind.