Orvieto

Duomo di Santa Maria Assunta in Cielo

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Der Dom von Orvieto gliedert sich perfekt in das Stadtbild ein, das ihn umgibt und beherrscht mit seinem Ausmaß das gesamte mittelalterliche Dorf.
Er befindet sich auf dem gleichnamigen Platz, welcher im Zuge der Jahrhunderte erweitert und umstrukturiert wurde, um der Fläche um die Kathedrale mehr Raum zu verschaffen. Nebenan stehen die Häuschen der Kanoniker und der Maurizio-Turm.

Der Dom von Orvieto gliedert sich perfekt in das Stadtbild ein, das ihn umgibt und beherrscht mit seinem Ausmaß das gesamte mittelalterliche Dorf.
Er befindet sich auf dem gleichnamigen Platz, welcher im Zuge der Jahrhunderte erweitert und umstrukturiert wurde, um der Fläche um die Kathedrale mehr Raum zu verschaffen. Nebenan stehen die Häuschen der Kanoniker und der Maurizio-Turm.
Die Kathedrale ist die bedeutendste städtische Sehenswürdigkeit von Orvieto, welche jedes Jahr von unzähligen italienischen und ausländischen Touristen besucht wird.
Ihre Schönheit liegt nicht nur in den im Inneren erhaltenen Kunstwerken, sondern auch in ihrer jahrhundertealten Geschichte, welche unzählige bedeutende Kirchenbelegschaften überlebt hat, von der jede einen kleinen Teil von sich am Kirchenbau hinterlassen hat. Eine wunderbare Synthese von Architektur, Bildhauerei, Kunst und Malerei, die heute als Juwel der römisch-gotischen Architektur gilt.

Beschreibung


Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt befindet sich im Zentrum Orvietos. Alle Hauptstraßen laufen zu ihr hin zusammen und ihr Bau im Stadtzentrum wurde von allen als göttlicher Schutz für das Volk gesehen.
Diesem eindrucksvollen Bau, der jedoch zugleich dem Bürger sehr nah ist, hat Orvieto sich selbst und seine Identität gänzlich hingegeben  Tatsächlich kennzeichnete das Städtchen im Mittelalter neben seiner hohen wirtschaftlichen und bürgerlichen Lebhaftigkeit auch starker spiritueller Auftrieb, der seinen anschaulichsten Ausdruck in der Verwirklichung eben dieser Kathedrale fand.
Ihr Bau begann am 14. November 1290, als Papst Nikolaus IV den Grundstein legte. Obgleich der ursprüngliche Erschaffer des Projekts unbekannt bleibt, mal wird es Arnolfo di Cambio, mal Bruder Bevigante von Perugia zugeschrieben, ist sicher, dass ab 1310 die Leitung der Bauarbeiten an Lorenzo Maitani übergeben wurde, dessen Eingriff das Gebäude stark geprägt hat. Man gerät ins Schwärmen wenn der Dom mit seiner prächtigen Fassade vor einem auftaucht: der beeindruckende Schwung der hohen Fialen, das für den Hintergrund der Mosaiken verwendete Gold, die mit Bildhauerei verzierten Pfeiler, die aufwendig gearbeitete Fensterrose und die Bronzeportale. Es liegt eine derartige Schönheit in den harmonischen und ausgewogenen Linien, als strebten sie danach dem Gebäude noch mehr Ausstrahlung zu verleihen. Die Wirkung beim Betreten der Kathedrale ist enorm. Als erstes wird man vom Zweifarbendruck des Marmors getroffen, der die gesamte Mauermasse und die Säulen untermalt.  Der Raum ist erhaben und eindrucksvoll, unterteilt von den aufeinander folgenden Pfeilern, wodurch ein außergewöhnliches perspektivisches Spiel entsteht.
Die zahlreichen Maler- und Bildhauerwerke, die man entlang der Seitenwände und in den Kapellen bewundern kann, machen aus dem Inneren einen wahren Schrein der Kunst.
Der Dom hat einen Basilikagrundriss, der sich zu zehn Kapellen öffnet, deren Fenster mit Alabasterscheiben verschlossen sind. Die Abdeckung wurde im 19. Jahrhundert von den Orvietern Paolo Zampi und Paolo Cocchieri vollständig neu gemacht.
Das rechte Querschiff ist gänzlich von der Cappella Nuova oder Kapelle des Heiligen Brictius ausgefüllt, ein wahres Kunstjuwel. Ihre Wände sind mit Fresken von dem Maler Luca Signorelli versehen, welcher damit 1499 begann, nachdem Fra Angelico die Arbeiten abgebrochen hatte. Die Fresken an den Wänden und in den Gewölben handeln vor allem vom Jüngsten Gericht. Drum herum kreisen alle Vorkommnisse und Figuren, die mit der Darstellung verbunden sind.
Auch im Bereich der Apsis sind die Wände mit interessanten Fresken von Ugolino Di Prete Ilario und Pietro Di Puccio mit Darstellungen von Marienleben geschmückt. Besonders schön ist auch das hohe große Fenster mit den kunstfertigen gotischen Linien. Ein weiteres außergewöhnliches Meisterwerk ist der Chor, verziert mit kostbaren Schnitzereien und Skulpturen.
Das linke Querschiff beansprucht die Cappella del Corporale. Hier kann man im prächtigen Schrein das darin aufbewahrte Messtuch bewundern, welches während des Wunders von Bolsena mit Christi Blut befleckt wurde.
An der Eingangswand der Kapelle befindet sich die wunderschöne Orgel, die für eine der größten Italiens gehalten wird.
Neben dem Taufbecken, an der linken Wand, erkennt man noch gut das Fresko einer Madonna mit Kind von Gentile da Fabriano aus dem Jahr 1425.

Wissenswertes
Die Legende besagt, dass die Kirche erbaut wurde, um das Wunder von Bolsena zu feiern. Im Jahr 1263 zweifelte ein böhmischer Priester, Pietro da Praga, an der Transsubstantiation. Während er in der Kirche der Heiligen Christina in Bolsena die Messe zelebrierte, sah er beim Brechen der Hostie Blut auf das Korporale tropfen. Das Messtuch wurde, gemäß dem Willen des Papstes, der sich in Orvieto aufhielt, in die Stadt gebracht und dem Volk vorgeführt.  Kurz darauf wurde der Bau des Doms beschlossen, der Maria für die Preisgabe des Korporale geweiht ist.