Römisches Amphitheater in Carsulae

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Das Amphitheater erhebt sich im Gebiet der antiken Stadt Carsulae (bei  San Gemini) über einer weiten Hochebene circa 450 m über dem Meeresspiegel und befindet sich gegenüber dem antiken Theater.
Das Bauwerk, das teilweise aufgrund der Erhöhung des aktuellen Niveaus in den Boden eingesunken ist, lehnte sich direkt an den Erdwall, so dass das Gewicht der Freitreppen nur teilweise auf den Außenmauern und -pfeilern lastete.
Es wurde im I. Jahrhundert n. Chr. mit Kalkstein und Ziegelstein errichtet, wobei die typische damalige Bauweise verwendet wurde, mit kleinen Blöcken mit horizontalen Schichten aus zwei Ziegeln.  Die Mauer ist außen mit kleinen Stützen verstärkt, die in regelmäßigen Abständen angebracht sind.
Im Zuge der während des 18. Jahrhunderts durchgeführten Ausgrabungen wurde die Außenmauer fast völlig freigelegt und die große Arena vom Geröll befreit, das vom Osthang der Hochebene abgerutscht war.  
Das Amphitheater misst in seiner Hauptachse 86,50 m und 62 m in der kleineren Achse; in der Höhe von etwa einem Drittel der zwei Längsseiten gehen gerade Mauern weg, die mit derselben Technik errichtet wurden. Diese Mauern verlaufen im Ostteil Richtung Theater und auf der Westseite Richtung Basilika, in welcher sich ein Zugang befunden haben muss, der zum monumentalen Eingang des Amphitheaters führte.  
Die Stützwände, die keine Ziegelschichten aufweisen, sollen aus einer Zeit vor der Errichtung des Amphitheaters stammen. Sie waren möglicherweise Teil des Portikus post scaenam des Theaters und wurden vor der Errichtung des Amphitheaters selbst für Gladiatorenvorführungen (munera gladiatoria) genutzt.
Zurzeit sind fünf der offenen Zugänge entlang der Begrenzung zu sehen, von denen sich einer auf der nördlichen Längsseite und zwei auf jeder der Schmalseiten befinden.  Die Freitreppen sind inzwischen völlig verschwunden, während die Mauer auf der Nordseite restauriert wurde, die Richtung Arena verläuft und sich nur wenige Meter vom Westeingang entfernt befindet.

 

Bibliografie
Coarelli F.& Fratini C. (2001) (herausgegeben von), Archeologia e arte in Umbria e nei suoi musei, Perugia, Electa, (regionaler Katalog der Kulturgüter von Umbrien, 50)
Gaggiotti M. et al. (1980), Umbria Marche, Bari, Laterza, (archäologische Führer Laterza, 4)
Santini L. (1998), Guida di Terni e del ternano, Ponte San Giovanni (Pg), Quattroemme