Zu beiden Seiten des Portals befinden sich zehn von Eros Pellini geschaffene Reliefplatten mit Darstellungen aus dem Leben der heiligen Klara. Auf dem Architrav verläuft eine Inschrift, die dem alten Sarkophag der Heiligen entnommen ist:
„Salve Rita vas amoris, sponsa Christi dolorosa / tu de spinis Salvatoris pulchra nasceris ut rosa.“
„Sei gegrüßt, Rita, Gefäß der Liebe, schmerzensreiche Braut Christi; aus den Dornen des Erlösers gehst du schön wie eine Rose hervor.“
Der Innenraum hat den Grundriss eines griechischen Kreuzes mit apsidialen Kreuzarmen und ist von byzantinischer Architektur inspiriert. Rund um das gesamte Gebäude öffnen sich die Emporen des Matroneums.
Die Hauptapsis wurde 1981 von den Architekten Caproni, Genco und Srimieri erneuert. Der von Giuseppe Martinenghi entworfene Hauptaltar ist mit Reliefs des Letzten Abendmahls von Eros Pellini verziert und bewahrt das „Corpus Christi“, dessen Verehrung von Papst Bonifatius IX. anerkannt wurde.
Die liturgische Ausstattung stammt von dem bedeutenden zeitgenössischen Bildhauer Giacomo Manzù. Besonders sehenswert sind der ovale Tabernakel mit einer Rose zwischen Weizenähren und Weinranken sowie das Kruzifix, dessen Kreuz die Form von Olivenzweigen besitzt.
Die Fresken mit der Darstellung des Letzten Abendmahls stammen von Luigi Filocamo. Die Buntglasfenster mit Darstellungen eucharistischer Wunder wurden von Armando Marrocco geschaffen.
Der zentrale Bereich des Heiligtums wird von einer Kuppel überdeckt, in der der Maler Luigi Montanarini die Taube und die Verherrlichung der Augustinerheiligen dargestellt hat.
Die Eingangsapsis wurde 1956 von Silvio Consadori mit Fresken ausgeschmückt. Die dargestellten Personen ziehen in einer Prozession zur Verehrung des Kreuzes. Auf der linken Seite ist das Selbstporträt des Künstlers zu sehen, der einen grünen Mantel trägt und ein rotes Buch in der Hand hält. An den Seiten befinden sich die Altäre der heiligen Lucia und des heiligen Josef.
Die sogenannte Apsis der Aufnahme Mariens in den Himmel wurde 1950 von Gisberto Ceracchini ausgemalt, kurz nach der Verkündung des Dogmas durch Papst Pius XII. Das Werk zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Entwürfe der Buntglasfenster mit Szenen aus dem Leben Mariens stammen von Consadori.
In der Apsis der heiligen Rita befinden sich ein kleines Gemälde der Muttergottes vom Guten Rat aus dem 18. Jahrhundert sowie die Urkunde, mit der Papst Pius XII. die Kirche am 1. August 1955 zum Heiligtum erhob. Die Gemälde stammen von Ferruccio Ferrazzi.
Die Kapelle der heiligen Rita, in der ihr Leib aufbewahrt wird, liegt hinter einem großen schmiedeeisernen Gitter.
Unter dem Altar der Kapelle der Tröstung wird hingegen der Leib des seligen Augustiners Simone Fidati (1295–1348) aufbewahrt. Er war ein bedeutender Schriftsteller und Prediger und brachte das heute im Hauptaltar aufbewahrte „Corpus Christi“ nach Cascia.
Das Wunder ereignete sich im Jahr 1330 in Siena: Ein Priester, der einem Kranken die Kommunion bringen wollte, legte die Hostie in sein Brevier. Als er im Haus des Kranken ankam, stellte er fest, dass sich die Hostie in Blut verwandelt hatte. Die Blutflecken bildeten das Profil eines menschlichen Gesichts.
Wissenswertes
In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai richtet Cascia jedes Jahr zu Ehren der heiligen Rita ein großes Fest aus, die sogenannten Rita-Feierlichkeiten. Dabei wechseln sich festliche Momente mit Zeiten der Besinnung und der Liturgie ab.
Nützliche Informationen und Empfehlungen
Am Eingang von Cascia befindet sich ein großer Parkplatz, der durch Aufzüge und Rolltreppen mit der historischen Altstadt und dem Heiligtum der heiligen Rita verbunden ist.
In der Umgebung lohnt sich außerdem ein Besuch von Roccaporena, dem Geburtsort der Heiligen. Dort kann man noch heute das Haus besichtigen, in dem sie lebte und das inzwischen in eine Kapelle umgewandelt wurde, außerdem den Gebetsfelsen, an dem sie meditierte, sowie den Rosengarten und den Garten des Wunders.
Dort blühte während eines strengen Winters im Jahr 1457, wenige Tage vor ihrem Tod, eine Rose auf und eine Feige reifte.