Asset-Herausgeber

Le maschere umbre della Commedia dell'Arte

Die Karnevalsmasken in Umbrien

Die berühmteste Maske aus Perugia, die “Bartoccio“, ist in der Tat erstmals in einem Text im Jahr 1521 erschienen und ist also schon 500 Jahre alt! Eine purpurrote Weste unter einer grünen Jacke mit passendem Hut, schwarze oder braune Samthose, elegante Schuhe und eine sehr große Nase zeugen von hoher Persönlichkeit. Intelligent, weise, mutig und ein wenig Brummbär, ist diese Persönlichkeit immer bereit eine ihrer „Bartocciate“ auszusprechen. Diese Maske stellt den klassischen possenhaften Bauern dar, wohlhabend aber rüde, sehr gesellig und mit einem ausgeprägten dialektalen Akzent. Sie gehört zur „Commedia dell’Arte“ des 17. Jahrhunderts, stammt aus ländlichem Raum, ins besonders aus Pian del Tevere und zwar aus dem Gebiet zwischen San Martino in Campo und Torgiano, eine schon im 17.Jh. fruchtbare Gegend.
Jedes Jahr an Karneval trifft er triumphierend zusammen mit seiner Frau Rosa auf einem von Ochsen gezogenen geschmückten Karren von Porta San Pietro, entlang des Corso Vannucci, in Perugia  ein. Auf dem Karren spielt, tanzt und singt er, während er beobachtet was im städtischen Raum so geschieht und schüttet Schriften mit seinen „Bartocciate“ in die Menge, d.h. Satiren und politische Angriffe zu den Themen Steuern, Regierung, Schulden, Gewalthandlungen der Mächtigen, gesellschaftliche und politische Unsitten. 


Aus diesen Kinderreimen aus dem 16.Jh. sind die vier Masken der „Commedia dell’Arte“ entstanden, dank der Initiative und der Kreativität des Künstlers Oliverio Piacenti aus Avigliano Umbro, der seit seiner Kindheit die Strophen immer wieder von seiner Mutter hörte. Zu “Nasotorto”, “Nasoacciaccato” und “Chicchirichella” entschloss er sich eine weitere Charakterfigur hinzuzufügen: Rosalinda, angeregt durch eine Person die in Avigliano in der Gegend von Pian dell‘Ara wirklich existierte.
Tatsächlich stellen diese Masken 4 Gebiete umbrischer Ortschaften dar: Nasoacciaccato wurde in Sant’Egidio geboren, Chicchirichella ist aus Castelluzzo, Nasotorto dagegen kommt aus Madonna delle Grazie – und Rosalinda aus Pian dell’Ara. Aber diese Figuren, die offiziell als Umbrische Masken der Commedia dell’Arte seit 2015 anerkannt sind, haben Gemeinsamkeiten mit zahlreichen umliegenden Gemeinden was Genealogie, Dialekt und Redewendungen anbelangt. Ebenso charakteristisch sind Gastronomie und typische Produkte für ein weites Gebiet der Region.


Nasoacciaccato ist ein bisschen ein "schlauer" Held: ein Mittelloser, Nichtstuer aber auch ein Alleskönner. Manchmal streitsüchtig, ist er sicherlich ein Freigeist, Schlauberger und Geschichtenerzähler. Man erkennt ihn, weil er sich nie von seinem Stock trennt, an dem sein kariertes Bauerntuch-Bündel mit all seinen Habseligkeiten hängt. Sie werden ihn auf der Suche nach jemandem finden den er betrügen kann, oder vielleicht vagabundiert er mit seinem Freund und Nebenbuhler Chicchirichella herum.
Es steckt immer eine Feder an seinem Hut, um seine Musik niederschreiben zu können, wenn ihn die Inspiration überrascht. Überschwänglich, kreativ, exzentrisch und lustig, aber so faul, dass er seine Begabung und sein Potenzial nicht voll ausschöpfen kann: Das ist Chicchirichella, ein echter umbrischer Peter Pan, unfähig Verantwortung zu übernehmen, aber sicherlich fähig, mit seiner unzertrennlichen Laute und seinem Morgenlied zu begeistern.
Um die beiden Freunde-Rivalen zu teilen, gibt es Rosalinda, das Urbild einer Prinzessin und zum Verlieben schön. Klug, frei, sensibel, ist sie in ihren blauen Kleidern zauberhaft und ihr Charme steigert sich noch mehr, wenn sie, vielleicht in Momenten der Verlegenheit, ihren kleinen Fächer benutzt. Sie mag sehr die „Nociata“ und kann sich nicht zwischen ihren Verehrern Chicchirichella und Nasoacciaccato entscheiden, während sie auf das Erbe ihres entfernten Verwandten Nasotorto wartet.
Letzterer ist nämlich reich, ja sehr reich! Aber er scheint so geizig zu sein, dass er sogar aufs Heizen verzichtet und deshalb immer verschnupft herumläuft, ohne sich von seiner schwarzen Wollmütze mit Quaste und seinem großen weißen Spitzentaschentuch zu trennen. Hypochonder, manchmal machiavellistisch und sogar ein wenig asozial, ist Nasotorto sicherlich keine gute Gesellschaft: Wenn jemand naiv ist, nutzt er es aus; wenn jemand ein Lügner ist, schert er sich nicht darum; wenn er sich jemandem nähert, dann geht es ums Geld. Geld, das er so gut verwaltet, dass er es mit peinlicher Sorgfalt in einem Beutel immer bei sich trägt.
Obwohl er die Obrigkeit und die gesellschaftlichen Bräuche, die auch wir vielleicht am wenigsten lieben, vertritt, bleibt er für uns immer sehr sympathisch: vielleicht wissen Sie es nicht, aber er hat ein großen Vorzug ….. er kann dem Cicotto di Grutti nicht widerstehen!

die Umgebung entdecken
Hauptattraktionen in der Nähe