Gubbio

Die Keramik aus Gubbio

map thumbnail
Einige Dokumente aus dem Archiv von Gubbio datieren die Werke der Keramikmeister bis in das Jahr 1300 zurück. 
Die mittelalterlichen Zeugnisse zeigen eine altertümliche Majolika mit geometrischen Dekorationen oder Pflanzenmotiven in Grün und Braun. Der Ruhm der Keramik dieser Stadt ist eng mit dem Keramikmeister Giorgio Andreoli, Mastro Giorgio genannt, verbunden, der in 1489 nach Gubbio kam. Er stammt aus Intra, am Lago Maggiore. Die Kunst der Anwendung der Lüsterfarbe, die Meister Giorgio unbestritten am Besten beherrschte, machte die iguvinische Keramik berühmt: Gold, Silber, Grün, vor allem aber ein kräftiges Rubinrot. Genau dieser Rotton ist die Neuerung, die der große Meister hervorbrachte, und mit der sich die Keramik von der Keramik aus Deruta differenzierte, die in den gleichen Jahren die Zweifarbigkeit mit Blau und Gold akzentuierte. Teller, Albarelli, Schalen, Vasen sind Kreationen, die aus der Werkstatt von Giorgio Andreoli kommen, aber der Teller auf kurzem Fuss wird um 1530 zum vorherrschenden Gegenstand aus seiner Produktion. Die neue Technik wird für die „Istoriato"-Malerei angewandt, wie auch für viele andere Dekorationen (Arabeske, Palmen, Groteske, Trophäen und Girlanden) neben den Farben Orange, Blau, Gelb und Grün. Nach einer langen Zeit des Rezession wurde die Keramikherstellung in der zweiten Hälfte des 19. Jh. wieder aufgenommen, im Zuge einer kulturellen Bewegung, die ganz Umbrien überkam, mit dem Ziel, diese Tradition aus der Renaissance wieder zu erwecken.
Aus den Anfängen des 20. Jh. stammen die ersten Erfahrungen von Aldo Ajó , dessen Stil von Schülern und Nachahmern imitiert wurde; von Baffoni, Cavicchi, Faravelli, Monarchi, Notari, den Gebrüdern Rossi... Die iguvinischen Keramikhersteller gingen neben  der Herstellung der Riverbero-Majoliken auch andere Wege, zum Beispiel mit der Fertigung der Buccheri, die erst glasiert und dann graphiert oder mit polychromer Emaille oder Gold dekoriert wurden, oder von am Mittelalter inspirierten Keramiken, in denen die Farbe Kobaltblau vorherrschte.