Altertumsgeschichte

Zu Besuch im Archäologiepark von Carsulae

Eine Entdeckungsreise durch den Archäologiepark von Carsulae, inmitten der monumentalen Reste der römischen Stadt

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Den Archäologiepark von Carsulae besuchen heißt, einen Tag lang den Genuss einer kulturellen Sehenswürdigkeit mit dem Reiz einer bezaubernden Naturlandschaft zu verbinden.

Das alte Carsulae erhebt sich auf einem eindrucksvollen Hochplateau inmitten einer fruchtbaren Ebene: diese war, ebenso wie die nahen Mineralwasserquellen des heutigen San Gemini, schon in der Antike für die Berühmtheit dieser Stadt und die Entwicklung einer florierenden Handelstätigkeit verantwortlich.

Vom südlichen Umbrien oder von Nordosten kommend erreichen Sie dieses Gebiet über die Via Flaminia, die schon in der Antike genau diese Gebiete verband und die Hauptverbindung vom tyrrhenischen zum adriatischen Meer bestimmte.

Im Ortsinneren ist ein gut erhaltener Abschnitt der alten Konsulstraße zu sehen, der auch der Cardo maximus der Stadt ist. An diesem befinden sich die wichtigsten öffentlichen Gebäude jener Zeit, vom Forum zum Theater, die organisch und monumental, aber auch für den Handel strategisch angelegt sind. An dieser Straße kann man sich leicht das einstige rege Treiben vorstellen: Marktverkäufer, Händler in den Tabernae unter den Säulengängen und Männer in Toga, die im Forum Gerichtsverhandlungen leiten.

Wandeln Sie zwischen diesen alten Mauern und lassen Sie sich von den unvergleichlich schönen Details bezaubern. Sie werden die Spuren des Amphitheaters erkennen, das im Verhältnis zum Stadtumfang ziemlich groß ist: Es ist vorstellbar, dass es auch die Bewohner benachbarter Orte und Reisende aufnehmen sollte und dass jedes Schauspiel für das gesamte Territorium eine besondere, einzigartige Gelegenheit für Spaß und Unterhaltung gewesen sein muss. Stellen Sie sich auch vor, wie die so genannten Zwillingstempel auf Passanten gewirkt haben müssen: Hoch erhoben auf der Via Flaminia erregten sie Neugierde, flößten aber auch Respekt ein und luden ein zu einer Pause. Wenn Sie den Blick bergseits erheben, werden Sie die Kirche Santi Cosma e Damiano erblicken, die im 11. Jh. mit vielen Baumaterialresten errichtet wurde, viele Jahrhunderte nachdem die römische Stadt verlassen worden war. Von hier aus schließt der Blick auf den wunderschönen San Damiano-Bogen im Norden die Grenzen der alten Stadt und kennzeichnet auch das Ende Ihrer Reise: durchschreiten Sie ihn im Glück, ein wenig in längst vergangene Zeiten eingetaucht zu sein.