Das archäologische Gebiet von Guastuglia

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Das archäologische Gebiet erstreckt sich auf einer Ebene außerhalb der mittelalterlichen westlichen Stadtmauern von Gubbio, eingeschlossen von der Viale del Teatro Romano – Via Matteotti, seitlich des Ortacci-Tores und der Viale Parruccini – Via Ubaldi – Via Perugina. Seit Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus dehnte sich die Stadt auf dem heutigen Gebiet von Guastuglia aus, entsprechend nivelliert und angebaut, die in der Zeit des Augustus (1. Jahrhundert vor Christus) ein großes Wohnviertel umfasste. Dieses konzentrierte sich rund um das Theater und war fast durchgehend von einem Ring von Nekropolen umgeben. Auf dem Gebiet von Guastuglia, wo noch heute Ausgrabungen stattfinden, befinden sich die Ruinen der römischen Stadt. Dort findet auch die erste geführte Tour in der Stadt Iguvium statt, die mit erklärenden Informationstafeln versehen ist. Die Tour kann mit einem Besuch im Antiquarium ergänzt werden, das die Ruinen eines reich dekorierten römischen Hauses und viele vorrömische und römische Funde enthält, die von Ausgrabungen der Nekropolen und der Stadt stammen.

 

Beschreibung

 

Im Rahmen mehrerer Ausgrabungen wurde ein riesiges Gebiet entdeckt, das sich über etwa 25 Hektar erstreckt und in der Mitte des ersten Jahrhunderts dicht besiedelt war. Dies wird durch das Vorkommen von zahlreichen Signinum-Fußböden belegt, die durchgehend mindestens bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. verwendet wurden. Etwas weiter bergseitig, in der Nähe des Ortacci-Tors, befinden sich heute ein Krankenhaus aus dem 18. Jahrhundert, die Chiesa di San Francesco und die Piazza Quaranta Martiri. In diesem Gebiet wurden eine Reihe von Strukturen gefunden, die mit der ersten Bauphase aus den Jahren zwischen dem 2. und dem 1. Jahrhundert vor Christus stammen, und die in die Zeit der Planung des neuen Stadtteils und einer thermischen Anlage fallen. Weiter nördlich wurde das Gebiet von einem großen auf mindestens zwei Ebenen gebauten Domus mit Mosaik- und Signinum-Böden besetzt. Unter dem Palazzo Vispi und seiner unmittelbaren Umgebung sind einige Überresten eines Domes mit Säulenhalle und auch einige Grundpfeiler zu einem dazugehörigen Säulengang in Richtung des Theaters zu sehen, das zu diesem Zeitpunkt eine Art Pflasterstein beinhaltete, der „Basolato" genannt wird.

Weiter nach Süden, unter den zahlreichen Domus (einige Teile können nicht besucht werden) entlang der Via Buozzi liegt der bedeutendste und bemerkenswerteste Domus, der aufgrund eines mit Mosaik gepflasterten Raumes hervorsticht. Dieses zeigt eine Venere Marina mit Partnerin oder Domina, begleitet von Bacchus, der den Wein einschenkt – ein Bild, das als „Bankett" bekannt ist. Das Emblem wurde zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert AD eingesetzt, zusammen mit der Renovierung des Hauses, die in einer Epoche der Spätantike geschah. Reste eines Domus sind innerhalb des Antiquarium zu sehen, wo der verbreiterte Raum mit reichem Mosaikboden aus gemusterten, schwarz-weiß geometrischen Elementen ausgestattet ist, in denen ein dekoratives Muster von kleinen zentralen polychromen Mosaiksteinen eingebaut wurde (die sogenannte „Vermiculatum"-Technik), die die Episode des Schiffes (in dem derzeitig das archäologischen Museum von Perugia liegt) von Odysseus und Scilla darstellt. Es kann zum Ende des 2. Jahrhunderts datiert werden und stammt aus einem bildlichen Modell der hellenistischen Zeit. In der Mitte des Guastuglia-Gebietes steht das Theater (1. Jahrhundert vor Christus), eines der geräumigsten Theater aus dieser Zeit mit einem Auditorium mit einem Durchmesser von mehr als 70 Metern, das 6000 Zuschauer fasste. Südwestlich des vorgesehenen Theaters hat man eine Strecke in der Terrassenmauer entdeckt, mit einer sogenannten „Vittata"-Bauart, welches in diesem Teil die alte römische Stadt begrenzt. Zwischen diesem Sektor und der Kirche San Biagio wurde ein großes Abbild aus Keramik (auf Anfrage zu besuchen) mit identifizierten Materialien aus der archaischen Zeit und dem Ende des 2. Jahrhunderts entdeckt. Entlang der Via Ubaldi befindet sich das Mausoleum „Pomponio Grecino", das fälschlicherweise den Mitgliedern einer wichtigen Senatorenfamilie und dem Sohn eines Konsuls im 16. Jahrhundert n. Chr. zugeschrieben wird. In einem kleinen eingefügten Gebiet der Totenstadt wird der über neun Meter hohe Kern aus Zementwerk konserviert. Das Denkmal stammt aus dem 3. Viertel des 1. Jahrhunderts vor Christus. In der archäologischen Abteilung des Stadtmuseums, die in den Räumlichkeiten des Palazzo dei Consoli eingerichtet wurde, werden die Geschehnisse rund um die Stadt und ihr Umlandes von der Vorgeschichte bis ins Hochmittelalter dargestellt; in der oberen Halle sind die Iguvine-Tafeln ausgestellt, einige der Grundsatzdokumente der umbrischen Sprache und der religiösen Rituale, zwischen dem Ende des 3. und dem Beginn des 1. Jahrhunderts vor Christus, und die aus im Jahre 1444 entdeckten sieben Bronzetafeln in der Nähe des römischen Theaters.

 

Hinweise und Tipps

Für den Besuch in der Gegend wenden Sie sich bitte an das Antiquarium

Via del Teatro Romano

06024 Gubbio


www.archeopg.arti.beniculturali.it