Preci

Preci und die alte Schule der Chirurgie

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Die aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende und unter der Rechtsprechung von Norcia stehende Burg am Bergabhang, wurde im Jahr 1328 durch ein Erdbeben stark beschädigt. Während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde Preci, ein Rückzugsort für Aussätzige, gleich zweimal von dem päpstlichen Legaten der Marken und von den Norcianern zerstört. Der 1555 besiegelte Frieden mit Norcia und das Aufblühen der Chirurgieschule brachten der Stadt einen neuen städtebaulichen Impuls, der dem Ort zu seinem heutigen Aussehen verhalf.
Die städtische Siedlung liegt auf sehr engem Raum und das Aussehen ist das aus dem 16. Jahrhundert; der historische Stadtkern ist von zahlreichen Adelshäusern geprägt, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert von den zahlreichen Ärztefamilien aus Preci errichtet worden waren. Die weltberühmte Chirurgieschule gründet ihre Wurzeln in den medizinischen Kenntnissen der syrischen Mönche, die sich einst im nahegelegenen Castoriana-Tal niederließen. Die Abtei von Sant‘Eutizio, die mit einer Krankenstation und einer umfangreichen Bibliothek ausgestattet ist, war jahrhundertelang das wichtigste Zentrum für dieses Tätigkeit. Die Precianer Ärzte waren Experten auf dem Gebiet der Augenheilkunde und der chirurgischen Entfernung von Gallensteinen, deren Arbeit durch die Tradition und die Handfertigkeit bei der Verarbeitung von Schweinefleisch erleichtert wurde.
Im Ort selbst befinden sich die interessante Pfarrkirche von Santa Maria und die Kirche von Santa Caterina.

Im oberen Teil der Ortschaft liegt das Stadtviertel Scacchi mit Häusern aus dem 16. Jahrhundert von den Ärzten Scacchi und Mensurati, die von dekorativen Portalen und merkwürdigen Inschriften mit Parolen auf den Architraven geprägt sind.
In Borgo Preci, eine junge Handelssiedlung, die sich über das Campiano-Tal erstreckt, ist die Chiesa della Madonna della Peschiera zu erwähnen.
Sowohl aus naturalistischer als auch aus historischer und künstlerischer Sicht ist die Gemeinde sehr faszinierend, denn das Gebiet erstreckt sich nicht nur über Valnerina und den Nationalpark Parco Nazionale dei Monti Sibillini, sondern beeindruckt auch mit seinen charakteristischen Ortsteilen Castelvecchio, Roccanolfi, Poggio di Croce und Montebufo