Terni

Kirche des Heiligen Franziskus in Terni

map thumbnail
Die Kirche des Heiligen Franziskus liegt an der gleichnamigen Piazza in der Altstadt von Terni. Sie wurde auf dem ehemaligen Grundstück eines antiken Oratoriums für San Cassiano errichtet. Es wurde dem Heiligen Franziskus 1218 von Bischof Rainerio als Geschenk übertragen, der vom Charisma des Heiligen, der mehrmals in der Stadt gepredigt hatte, angetan war. 

Das Gebiet befand sich damals außerhalb des Stadtkerns zwischen Feldern und Beeten, die sich westlich von der Stadt erstreckten und dem Heiligen Franziskus einen Rückzugsort für die Meditation boten. Die Bauarbeiten der Kirche begannen 1265, ungefähr 40 Jahre nach dem Tod des Heiligen, und orientierten sich an der Bauweise der franziskanischen Kirchen in Assisi, typischerweise mit einem einzigen Kirchenschiff mit Querschiff.

Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert wurden zahlreiche Veränderungen vorgenommen, um die Räumlichkeiten an die neuen Anforderungen der immer größer werdenden franziskanischen Glaubensgemeinschaft anzupassen und der Lage an einer wichtigen Kreuzung gerecht zu werden, die eine strategische Raststation für die Pilgerbrüder darstellte. Die Giebelfassade mit Bogenfries verrät sichtbar den Anbau von zwei seitlichen Kirchenschiffen (1437). Antonio da Orvieto schuf den eleganten Glockenturm (1445), der mit polychromen Majoliken in Blau und Grün verziert ist. Neben der Gründung der Kapelle San Bernardino di Siena, die dem Gründer der Observanten gewidmet ist, der mehrmals in Terni war, gehört die Errichtung der Paradisi-Kapelle in der ersten Hälfte des 15. Jh. zu den wichtigsten Umbauten. Sie wurde rechts vom Chorraum errichtet und 1450 von Bartolomeo di Tommaso mit einem Freskenzyklus zum Thema Jüngstes Gericht verziert. Der Auftraggeber des Werks, Monaldo Paradisi, war den Observanten sehr verbunden und ein leidenschaftlicher Verfechter der von Giacomo della Marca (Nachfolger von Bernhardin von Siena) gepredigten Reform. Er hatte den Wunsch, dass eine der vielen Predigten des Heiligen, der seinen Zuhörern gerne die Belohnungen und Bestrafungen am Ende des Lebens in Erinnerung rief, bildlich umgesetzt wird.

Der Wallfahrtsort gehört heute zum Franziskusweg und zum Pilgerweg der ersten franziskanischen Märtyrer, eine interessante Initiative zur Wiederentdeckung der Orte und der Geschichte der ersten franziskanischen Märtyrer.