Stabdt

Orvieto


Fremdenverkehrsamt
Piazza Duomo 24 - 05018 Orvieto
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GESCHICHTE
Die Ursprünge Orvietos gehen bis auf die etruskische Kultur zurück: Die ersten Siedlungen entstanden im 9.Jh.v.Chr. in den Tuffsteingrotten des Massivs, auf dem sich die heutige Stadt erhebt. Archäologischen Funde bezeugen, dass die Stadt zwischen dem 6. und dem 4.Jh.v.Ch. ihre größte wirtschaftliche Blütezeit erlebte. 263v.Chr. nahmen die Römer die Stadt zwar ein und tauften sie auf den Namen „Urbs Vetus" (der heutige Name Orvieto ist daraus abgeleitet), ließen aber die Institutionen, die Bräuche und die Sprache der Etrusker bestehen.  Nach dem Untergang des Römischen Reichs wurde Orvieto zunächst von den Goten, dann von den Byzantinern und anschließend von den Langobarden des Herzogtums von Spoleto erobert. Um das Jahr 1000 erlebte die Stadt erneut einen urbanistischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung  und wurde bald freie Kommune, deren Regierung Papst Adrian VI. im Jahr 1157 offiziell anerkannte und legitimierte. Im 12. Jh. weitete sie nach den siegreichen Schlachten gegen Siena, Viterbo, Perugia und Todi und im Bündnis mit Florenz ihre Grenzen aus und beherrschte ein Territorium, das weite Gebiete der heutigen Regionen Toskana und Latium umfasste. Im 13. und 14. Jh. war das mittelalterliche Orvieto auf dem Höhepunkt seiner Macht und seines Reichtums, wie die herrlichen Gebäude, noch heute der Stolz der Stadt, bezeugen. Nach einer Zeit der bürgerlichen und religiösen Zwistigkeiten zwischen den Adelsfamilien bekräftigte Kardinal Albornoz erneut die Kontrolle der Kirche über das Gebiet. 1449 unterstellte sich die Stadt endgültig dem Kirchenstaat, bis dann 1860 das Königreich Italien gegründet wurde.
KUNST, KULTUR, NATUR
Orvieto verfügt über einen der reichsten Kunst- und Kulturschätze Umbriens. Der von Lorenzo Maitani(13. Jh.) entworfene Dom, gehört zu den erhabensten Leistungen der italienischen Architektur. Die wunderschöne gotische Fassade mit Mosaiken und Basreliefs präsentiert sich mit einer herrlichen, von Orcagna ausgeführten Rosette. Die Innenräume beherbergen zahlreiche Werke, darunter ein Meisterwerk der italienischen Malerei des 15.-16. Jh.: Der Freskenzyklus von Frau Angelico und Luca Signorelli in der Kapelle S. Brizio. Zu den ältesten Kirchen gehören: S. Giovenale, gebaut im Jahr 1004 und erweitert im 14. Jh., mit Fresken der orvietanischen Schule, S. Giovanni, errichtet 916 über dem Theater von Konstantin, mit einer Fassade aus dem 16. Jh., S. Andrea, ursprünglich aus dem 6. Jh., im 11. Jh. wieder aufgebaut und im 14. Jh. vollendet, S. Lorenzo de´Arari und S. Francesco (13. Jh.) sowie S. Domenico (13. Jh.), in der das von Arnolfo di Cambio geschaffene Grabmal des Kardinals de Braye zu sehen ist. Zu den repräsentativsten öffentlichen Gebäuden gehören: Palazzo Comunale (1216-1219), Palazzo del Popolo (13. Jh.), ein romanisch-gotischer Bau, Palazzo dei Sette (1292), die Türme Torre del Moro (13. Jh.) und Torre di Maurizio (1348), Palazzo Faina, Sitz des Archäologischen und Städtischen Museums, Palazzo dei Papi (13. Jh.), Sitz des Archäologischen Nationalmuseums, des Museums Opera del Duomo und des Museums Moderner Kunst Emilio Greco sowie das Städtische Theater Luigi Mancinelli (1844). Ein einzigartiges Erlebnis ist die Besichtigung des Brunnens S. Patrizio, ein bautechnisches Meisterwerk (1527-1537) von Antonio da Sangallo dem Jüngeren für die Wasserversorgung der Stadt. Der 62 Meter tiefe Brunnen verfügt über zwei separate spiralförmige Treppen, auf denen man zum Wasserholen bis zum Boden hinuntersteigen konnte, ohne demjenigen, der sich auf dem Weg nach oben befand, zu begegnen. Neben diesem Brunnen ließ Papst Klemens VII. über einer schon existierenden etruskischen Struktur den Brunnen Cava bauen, der einem Komplex von neun Grotten mit zahlreichen etruskischen, mittelalterlichen und Renaissancefundstücken einverleibt ist. Unter der Stadt verbirgt sich das faszinierende unterirdische Orvieto: Eine unglaublich große Zahl an künstlichen Höhlen bilden ein verwirrendes Labyrinth mit Gängen, Tunneln, Zisternen, Brunnen, Höhlen und Kellern. Gleich außerhalb der Stadtmauer liegt die Etruskische Nekropole Crocifisso del Tufo (4.-5.Jh.v.Chr.). In den mit Tuffsteinblöcken konstruierten Grabkammern ist der Name des jeweiligen Familienoberhaupts auf dem Trägerbalken eingeritzt. Von der Stadtmitte kann man die Nekropole über einen bezaubernden Weg durch den archäologischen Park auch zu Fuß erreichen. Orvieto ist die Hauptstadt der Cittaslow-Bewegung (Slow Cities). Sowohl die Stadt als auch das Territorium zeichnen sich durch eine lebendige Tradition der Gastronomie und Weinkultur aus: Der edle Wein von Orvieto kann entlang der Etruskisch-Römischen Weinstraße gekostet werden, die durch die ganze Provinz Terni verläuft: Interessierte können sich an die Regionale Enothek und den Palazzo del Gusto wenden.