Stadt

Corciano


Fremdenverkehrsamt
Piazza Matteotti, 18 - Loggia dei Lanari - 06121 Perugia
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GESCHICHTE
Im 6. Jh. war das Gebiet zunächst von den Etruskern und dann von den Römern besiedelt. 1136 wurde das Castrum von Corciano als eines der Besitztümer erwähnt, die Papst Innozenz II. dem Bischof von Perugia unterstellt hatte. Im Jahr 1223 legte der hl. Franziskus auf seinem Rückweg von der Insel Maggiore des Trasimenischen Sees, auf der er die Fastenzeit verbracht hatte, eine Rast in Corciano ein. Laut Überlieferung wurde die Kirche S. Francesco in Erinnerung an den Besuch des Heiligen gebaut. Eine päpstliche Bulle von Johannes XXII. autorisierte 1334 den Bau des Klosterkomplexes S. Agostino. 1364 plünderte die von dem päpstlichen Legaten Egidio Albornoz kommandierte weiße Kompanie die Burg. Nach einer langen Belagerung nahm der Söldnerführer Braccio Fortebraccio da Montone Corciano im Jahr 1416 ein. Um die Verteidigung der Burg zu verstärken, begann 1482 der Bau des Wachturms der Porta S. Maria. 1860 wird Corciano dem Königreich Italien einverleibt.
KUNST, KULTUR, NATUR
Eine hoher Mauergürtel umschließt die antike mittelalterliche Burg Corciano mit ihren zahlreichen historischen und künstlerischen Zeugnissen. Das Dorf zeichnet sich durch seine perfekt erhaltene mittelalterliche Struktur mit Gassen, Treppen, Palazzi, Türmen, Gärten, Kirchen und Glockentürmen aus. Sehenswert im alten Dorfkern sind der Wachturm der Porta S. Maria, die zentral gelegene Piazza Coragino mit einem schönen Brunnen des 16. Jh., der Palazzo Comunale aus dem 16. Jh., früher Residenz der Herzöge Della Corgna, in dem sich eine Sammlung der archäologischen etruskisch-römischen Fundstücke befindet, der Palazzo del Capitano del Popolo und der Palazzo dei Priori, die Pfarrkirche S. Maria Assunta, die das Gemälde der Heiligen Jungfrau des Perugino (1513) und das 1472 gemalte Banner von Benedetto Bonfigli beherbergt und die gotische Museumskirche S. Francesco mit Fresken, die sich auf die Zeit zwischen Ende des 13. und Anfang des 14. Jh. datieren lassen: Im Boden sind 21 Familiengräber eingelassen, die mit Grabplatten verschlossen und mit den Wappen der wichtigsten Familien Corcianos versehen sind. Interessant sind auch die Kirche S. Cristoforo, in der das Pfarrmuseum oder Museum der Kirchenkunst untergebracht ist, das Museum des Bauernhauses, die Kirche S. Maria del Serraglio und die Kirche S. Agostino (1334), die gegenüber dem Hügel von Corciano auf einer mit zahlreichen Olivenbäumen bewachsenen Anhöhe liegt. In dieser Kirche sind Leinwandgemälde aus dem 18. Jh. und Holzstatuen der Schutzheiligen S. Michele Arcangelo, S. Sebastiano, S. Rocco und S. Macario zu sehen.. In der Umgebung lohnt sich die Besichtigung der etruskischen Nekropole in Strozzacapponi und der prächtigen Burg Pieve del Vescovo, die 1570 nach einem Entwurf des Architekten Galeazzo Alessi restauriert und in eine Villa umgebaut wurde; in der S. Giovanni geweihten Kirche ist ein bedeutendes Fresko der Schule des Perugino aufbewahrt. Sehenswert sind auch die Burgen der Örtchen San Mariano, Mantignana und Solomeo, ein wunderschön restauriertes Dorf, Chiugiana, Castelvieto, Capocavallo und Migiana. In Migiana liegt ein paläontologisch äußerst interessanter Steinbruch mit zahlreichen Ammonitenfossilien. Das Gebiet von Corciano bietet Naturschätze von großem Interesse für die Allgemeinheit: Von dem antiken Dorf genießt man eine weites Panorama, das von den grünen Hängen des Monte Malbe, des Monte Tezio und des Monte Acuto bis zum Monte Amiata reicht, den man an klaren Tagen in der Ferne erkennen kann. Der Gipfel des Monte Malbe, bekannt als Colle della Trinità, ist ein Waldgebiet mit typischer mediterraner Macchia und vielfältigen Baumarten (Steineiche, Flaumeiche, Zerreiche, Erdbeerbaum und Wacholder).