Stadtmuseum von Bevagna: Palazzo Lepri und sein Museum
Ein neoklassizistischer Palast
Das Stadtmuseum von Bevagna ist im Palazzo Lepri untergebracht, einem Juwel des 18. Jahrhunderts, das dem Genie Andrea Vicis entspringt, eines Schülers von Luigi Vanvitelli. Nach dem Erdbeben von 1832 ging der Palast in den Besitz der Gemeinde über; er ist nicht nur Ausstellungsort, sondern das erste und bedeutendste Exponat der Sammlung selbst, da er über ein Jahrhundert lang als Rathaus diente.
Die Sammlungen: zwischen Archäologie und Malerei
Der Museumsrundgang entfaltet sich als Dialog zwischen unterschiedlichen Epochen.
Die Archäologische Abteilung: Sie geht auf das Vermächtnis des gelehrten Abtes Fabio Alberti aus dem 18. Jahrhundert zurück – dessen Funde noch heute entlang des Treppenaufgangs in das Mauerwerk eingelassen sind, darunter die Überreste einer kolossalen römischen Statue – und erzählt die Geschichte des antiken Mevania. Zunächst ein umbrisches Zentrum, später ein florierendes römisches Municipium, dessen Bedeutung durch einen kostbaren Hort republikanischer Münzen sowie durch eine bedeutende lokale Produktion von Aschenurnen aus Sandstein (2.–1. Jh. v. Chr.) belegt ist.
Die Pinakothek: Sie entstand hauptsächlich im Zuge der Enteignungen staatlichen Eigentums nach der italienischen Einigung und bietet einen reichen Überblick über die umbrische Bildkultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Zu den herausragenden Werken zählen die Unbefleckte Empfängnis von Andrea Camassei, die bewegende Truhe des seligen Giacomo von Ascensidonio Spacca, genannt il Fantino, sowie Werke von Dono Doni und Corrado Giaquinto. Von besonderem Interesse ist zudem das hölzerne Modell der Kirche Madonna delle Grazie, ein Werk des Architekten Valentino Martelli.














