Castello Bufalini, imposing fortress with a crenellated tower, arched loggia and manicured gardens.

Schloss Bufalini

Ein außergewöhnliches Beispiel für einen historischen Adelssitz

Inmitten der grünen Landschaft des Oberen Tibertals liegt das Schloss Bufalini in San Giustino, ein seltenes und außergewöhnliches Beispiel für einen historischen Renaissance-Adelssitz, der im Laufe der Zeit vollständig erhalten geblieben ist – sogar mit seiner ursprünglichen Einrichtung.

Die Geschichte des Schlosses – von der Verteidigungsanlage zum prachtvollen Adelssitz

Das Bauwerk entstand ursprünglich als private Festung der ghibellinischen Familie Dotti aus Sansepolcro. Nach der Schlacht von Anghiari (1440) wurde es zu einem militärischen Vorposten von Città di Castello, jedoch bald darauf auf Anordnung der Republik Florenz zerstört.

Im Jahr 1487 ging es in den Besitz von Niccolò di Manno Bufalini über, der einer bedeutenden Adelsfamilie aus Città di Castello angehörte. Daraufhin begannen Wiederaufbauarbeiten nach einem Entwurf des römischen Architekten Mariano Savelli. So erhielt das Gebäude das Erscheinungsbild einer echten Festung mit quadratischem Grundriss, Ecktürmen zur Überwachung – darunter einem Hauptturm – und einem breiten Wassergraben.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts verlor das Bauwerk seine ursprüngliche Verteidigungsfunktion. Giulio II Bufalini ließ es in eine elegante, von den Medici inspirierte Landvilla umgestalten und beauftragte damit den Florentiner Architekten Giovanni di Alesso, genannt Nanni Unghero, einen Schüler Antonio da Sangallos des Jüngeren. Es entstanden großzügige Säle rund um einen Innenhof, dessen zwei Seiten mit von Vasari inspirierten Arkadengängen versehen wurden, sowie eine Loggia und ein monumentaler Eingang. Die Arbeiten wurden jedoch erst um 1560 abgeschlossen, unter Mitwirkung, die traditionell dem berühmten Architekten Jacopo Barozzi, genannt Vignola, zugeschrieben wird. Bei dieser Gelegenheit beauftragten die Grafen Bufalini den manieristischen Maler Cristoforo Gherardi, genannt Il Doceno, einen Vertreter der damals modernsten künstlerischen Strömungen, mit der Ausgestaltung des Palastes.

Im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts und in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts ließen Graf Filippo I Bufalini und seine Frau Anna Maria Bourbon del Monte das Schloss erneut umbauen, diesmal nach einem Entwurf des aus Città di Castello stammenden Architekten und Malers Giovanni Ventura Borghesi (1640–1708). So entstand eine reizvolle Landvilla mit einem italienischen Garten und einem Labyrinth, ganz im Stil der damaligen Zeit. Die Familie Bufalini, die inzwischen in den Rang von Markgrafen erhoben worden war, bereicherte den Palast mit zahlreichen Kunstwerken im spätbarocken Stil, darunter Fresken, Gemälde und luxuriöse Einrichtungsgegenstände.

1988 wurde das Schloss Bufalini vom italienischen Staat erworben und in ein Museum umgewandelt.

Prunkvolle Räume und kostbare Gemälde

Nach dem Überqueren der hölzernen Zugbrücke über den alten Burggraben führt der Rundgang durch prachtvolle Räume, die von Jahrhunderten aristokratischen Lebens erzählen.

Auf dem Rundgang können Besucher Folgendes bewundern:

  • die privaten Räume: den Saal der heidnischen Götter und den Prometheussaal mit Fresken von Cristofano Gherardi, genannt Il Doceno, einem Mitarbeiter Giorgio Vasaris; das Privatzimmer von Kardinal Giovanni Ottavio Bufalini mit der außergewöhnlichen Wiege, in der er als Kind lag;
  • die Repräsentationsräume: die Loggia; die Sala della Credenza, in der Porzellangeschirr und Kristallglas aufbewahrt werden; den Thronsaal (in der Spätrenaissance war es bei Adelsfamilien üblich, für den Fall eines päpstlichen Besuchs einen Raum mit einem vergoldeten Thron einzurichten), der mit Gemälden mit Szenen aus dem Alten Testament und aus Ariosts Orlando Furioso geschmückt ist; die Porträtgalerie und den Stucksaal.

Doch das ist noch nicht alles: Im gesamten Komplex sind historische Möbel, Wandbespannungen, Majoliken, Büsten aus römischer Zeit, Wandteppiche sowie die umfangreiche Familienbibliothek erhalten, die eine authentische und lebendige Atmosphäre schaffen.

Der italienische Garten und das Labyrinth

Im Außenbereich erstreckt sich eine wunderschöne monumentale Parkanlage, die zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert gestaltet wurde. Sie zeichnet sich durch geometrisch angelegte Wege, Brunnen, Spaliere mit Zitruspflanzen und ein Zitronenhaus aus. Besonders sehenswert sind der Rosengarten, der als Voltabotte bezeichnete Laubengang und das sogenannte „Paradies“. Den faszinierendsten Teil bildet jedoch das Buchsbaumlabyrinth aus dem Jahr 1692, eines der ältesten noch vollständig begehbaren Labyrinthe Europas.

Die Umgebung entdecken
Hauptattraktionen in der Nähe