Ein außergewöhnlicher Spaziergang
Der Wehrgang dient zugleich als natürlicher Schutzraum und als verbindendes Element des Ortsgefüges: Er ermöglicht es, das Herz von Citerna vollständig überdacht zu durchqueren und verbindet auf harmonische Weise den Bereich der Piazza Scipione Scipioni mit den historischen Zugängen des Ortes.
Steinerne Tonnengewölbe, unverputztes Ziegelmauerwerk und Terrakottaböden begleiten die Besucher über mehrere Dutzend Meter und schaffen eine perfekt erhaltene Galerie, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheint.
Die großen Arkaden, die sich entlang der Stadtmauer öffnen, wirken zudem wie echte Fenster mit Blick auf das Tibertal und bieten atemberaubende Panoramen, die von den umbrischen Hügeln bis zur Grenze zur Toskana reichen.
Wir empfehlen, diesen Weg am frühen Abend zu begehen: Bei Sonnenuntergang verwandelt die Beleuchtung den steinernen Korridor in einen der romantischsten und stimmungsvollsten Wege des gesamten Ortes.
Wer diese historischen Korridore entlanggeht, kann den Spuren der einstigen Wachen folgen und den besonderen Reiz einer Architektur erleben, die ursprünglich für den Krieg geschaffen wurde und heute der Schönheit der Landschaft und der Ruhe des Ortes gewidmet ist.
Eine Reise in das verborgene Herz von Citerna
Unter dem Sitz des Rathauses verbirgt sich ein außergewöhnliches Zeugnis mittelalterlicher und Renaissance-Ingenieurskunst: die unterirdische Anlage von Citerna. Sie wurde zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert errichtet, um langen feindlichen Belagerungen standzuhalten, und verband die Verteidigungsstärke der Stadtmauern mit der vollständigen Versorgung der Gemeinschaft mit Wasser und Lebensmitteln.
Die „Sale degli Ammassi“: Architektur und Atmosphäre
Beim Hinabsteigen in die unterirdischen Räume taucht man in eine zeitlose Atmosphäre ein. Die Sale degli Ammassi, die einst zur Lagerung und Aufbewahrung von Getreide dienten, um die Bevölkerung in Notzeiten zu versorgen, beeindrucken durch ihre eindrucksvolle architektonische Gestaltung. Die Räume sind durch mächtige Ziegelsäulen und stimmungsvolle Tonnengewölbe mit sich kreuzenden Bögen geprägt.
Neben den Getreidespeichern befinden sich zwei beeindruckende unterirdische Zisternen. Die größere von ihnen, mit einem außergewöhnlichen Fassungsvermögen von etwa 10.000 Zentnern, wurde durch ein dichtes Netz oberirdischer Kanäle gespeist, die das Regenwasser in den Untergrund leiteten.
Um das Wasser für den gesamten Ort trinkbar zu machen, wurde für die damalige Zeit ein hochmodernes Reinigungssystem entwickelt: Bevor das Regenwasser in die Zisternen gelangte, floss es durch ein großes Becken, das mit Sand und Holzkohle gefüllt war – ein natürlicher Prozess der Sedimentation und Filtration, durch den das Wasser vollständig gereinigt wurde.
Ein lebendiges Erbe: Von der Verteidigung zum Tourismus
Heute haben diese Räume, die von der Gemeindeverwaltung fachkundig restauriert wurden, eine neue Funktion erhalten. Einst ein strategischer militärischer Stützpunkt der Stadt, haben sie sich zu einem kulturellen und erlebnisorientierten Zentrum entwickelt, in dem regelmäßig Kunstausstellungen, Konferenzen und Tagungen sowie sogar standesamtliche Trauungen stattfinden.
Neben ihrem historischen Reiz stellen die Zisternen von Citerna auch ein bedeutendes Zeugnis für die Vermittlung von Wissen dar: Sie machen auch den heutigen Besuchern den unschätzbaren Wert des Wassers und die verantwortungsvolle Nutzung natürlicher Ressourcen bewusst.
Für Besichtigungen wenden Sie sich bitte an das örtliche Touristeninformationsbüro.