Auf Entdeckungsreise zur Villa in Tuscis
Stellen Sie sich vor, Sie reisen fast zweitausend Jahre in der Zeit zurück und finden sich inmitten eines gewaltigen natürlichen Amphitheaters wieder, umgeben von sonnenverwöhnten Hügeln, üppigen Wäldern und Weinbergen, die sich bis zum Horizont erstrecken. Dies war die Landschaft, die Plinius den Jüngeren in seiner geliebten villa in Tuscis empfing – einem so außergewöhnlichen Landsitz, dass der römische Schriftsteller keine Gelegenheit ausließ, ihn in seinen berühmten Briefen zu preisen.
Heute erwacht dieser Traum des antiken Rom nur wenige Kilometer von Città di Castello entfernt, bei Colle Plinio in der Gemeinde San Giustino, für moderne Reisende zu neuem Leben – in einer perfekten Verbindung von Archäologie, Geschichte und Natur.
Eine Reise zwischen antiken Briefen und archäologischen Ausgrabungen
Plinius beschrieb seine Villa nicht einfach als einen Ort der Erholung, sondern als ein Kunstwerk, eingebettet in die Landschaft des Oberen Tibertals. Archäologische Ausgrabungen haben einen monumentalen Komplex von beeindruckenden Ausmaßen ans Licht gebracht und damit den Glanz bestätigt, von dem die Berichte aus jener Zeit erzählen.
Die Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten legten die Überreste luxuriöser beheizter Räume frei, die zweifellos zu privaten Thermen gehörten, darunter ein apodyterium (Umkleideraum) und sogar ein sphaeristerium, ein großer Raum für Ballspiele und Körperpflege. Kostbare Marmorsorten aus Karystos und raffinierte Dekorationen zeugen vom außerordentlich hohen gesellschaftlichen Rang und vom ausgeprägten ästhetischen Geschmack des Hausherrn.
Die Villa war jedoch nicht nur dem otium – der Muße und Erholung – gewidmet, sondern zugleich ein fortschrittlich geführter landwirtschaftlicher Betrieb, der die Nähe zum Tiber nutzte, um landwirtschaftliche Erzeugnisse direkt nach Rom zu transportieren.
Villa Magherini Graziani: Wo Geschichte zum Museum wird
Um die Bedeutung dieses Ortes in vollem Umfang zu erfassen, ist ein Besuch der Villa Magherini Graziani ein Muss. Die prächtige Residenz aus der Spätrenaissance befindet sich in Celalba bei San Giustino. Das Anwesen ist von einer fünfeckigen Umfassungsmauer umgeben und erstreckt sich über eine Fläche von rund 60.000 Quadratmetern. Carlo Graziani ließ die Villa zu Beginn des 17. Jahrhunderts vom Architekten Antonio Cantagallina, einem Schüler Vasaris und Brunis, über einer mittelalterlichen Befestigungsanlage errichten.















