Der Osterkuchen, auch Käsepizza genannt, ist eine in ganz Umbrien verbreitete herzhafte Delikatesse, die zu den Osterfeiertagen zubereitet wird. Je nach Region gibt es verschiedene Varianten dieses Rezepts, darunter auch eine süße Version, die weniger verbreitet und wahrscheinlich moderner ist als die Käseversion.
Die Ursprünge des Osterkuchens sind so alt, dass bereits die Römer etwas Ähnliches zubereiteten: Cato der Zensor beschreibt in seiner Abhandlung über die Landwirtschaft ein Brot aus Käse und Eiern namens libum, dessen Rezept fast überraschend an den Käsekuchen erinnert.
In der Vergangenheit unterlagen die Zubereitung und der Verzehr der symbolträchtigen Osterspeise einer Reihe von strengen Ge- und Verboten. Der Käsekuchen oder die Pizza wurde traditionell am Gründonnerstag geknetet, über Nacht gehen gelassen und am nächsten Morgen gebacken. Sobald sie fertig war, war es angesichts der Heiligkeit dieser Speise absolut verboten, bis zum Ostersonntag auch nur einen Bissen zu verzehren.
Der Käsekuchen durfte nur vom Hausherrn nach dem Läuten der Osterglocken begonnen werden und, um dann von der zum Frühstück versammelten Familie verzehrt zu werden, streng begleitet von anderen Speisen, die zum traditionellen Frühstück gehören, wie Wurstwaren wie Salami, Capocollo und Prosciutto, gekochte Eier und Omeletts sowie Coratella. Ein echtes Festmahl, zu dem man gerne ein Glas Wein trinkt, vielleicht einen strukturierten Weißwein wie einen alten Grechetto oder einen Rotwein aus den Colli del Perugino.
