Die Templerpräsenz in Umbrien
San Bevignate ist ein einschiffiger Bau mit quadratischer Apsis und Krypta und weist in seiner strengen Schlichtheit deutliche Parallelen und Ähnlichkeiten zu den Kapellen auf, die von den ritterlichen Mönchen im Heiligen Land errichtet wurden.
Im Inneren lassen sich seltene und bemerkenswerte ikonographische Zeugnisse bewundern: Im Bereich der Apsis befinden sich Fresken mit Evangelienthemen, Szenen aus dem Leben des heiligen Bevignate (dessen Mantel interessante Pilgergraffiti aus dem 15. und 16. Jahrhundert aufweist) sowie symbolische Motive aus der Welt der Templer (Tatzenkreuz, neun Sterne, Kreise usw.). An der Wand links vom Altar befindet sich ein Jüngstes Gericht, dessen unterer Bildstreifen die ebenso seltene wie eindrucksvolle Darstellung einer Flagellantenprozession zeigt.
Entlang der Wände des Kirchenschiffs finden sich die später entstandenen Darstellungen der zwölf Apostel, die Wiedereinweihung Kreuze tragen und sich über das malerische Motiv der gemalten Steinquader legen, ein charakteristisches Merkmal templarischer Bauwerke. Die bedeutendsten Fresken befinden sich jedoch an der Gegen Fassade, wo historische und militärische Szenen der Templerritter von außergewöhnlicher historischer und ikonographischer Bedeutung dargestellt sind.
San Bevignate ist also in jeder Hinsicht einen Besuch wert: Es zählt zu den am besten erhaltenen und bekanntesten Bauwerken der Templer Geschichte – und wer weiß, vielleicht verbirgt sich in seinen Mauern sogar der legendäre Gral…
Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Dorf Ripa mit der Pfarrkirche Santa Maria di Ripa, die zunächst den Benediktinern, später den Templern und schließlich dem Malteserorden gehörte. Sie bewahrt wertvolle Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert.
In der Nähe von Piccione erhebt sich die Abtei San Giustino d’Arna, die 1237 den Templern überlassen wurde. Nach der Ordensauflösung ging sie an den Malteserorden über, der sie bis heute als landwirtschaftlichen Betrieb verwaltet. Erhalten ist die romanische Basilika mit drei Apsiden und eleganter Bogenverzierung sowie Reste umbrischer Fresken, darunter das Martyrium des heiligen Giustino.
Weitere Spuren der Rittermönche finden sich in ganz Umbrien, besonders im Gebiet von Gubbio, am Monte Cucco und im Süden der Region. Besonders eindrucksvoll ist die heute verfallene Festung Castel del Monte bei Spoleto. Einer alten Überlieferung zufolge sollen sich hier nach der Ordensauflösung rund dreitausend Templer heimlich versammelt haben, um über das Schicksal des Ordens zu beraten.
Einer weiteren Tradition nach soll auch das Schloss der Malteser in Magione auf eine ursprüngliche Templergründung zurückgehen, die später an diesen hospitalischen Ritterorden des 12. Jahrhunderts überging.
















