Er soll fast tausend Jahre alt sein, manche sagen sogar noch mehr, doch der Sagrantino ist ein recht junger Wein, dessen Geschichte noch lange nicht geschrieben ist. Plinius der Ältere berichtet von einer Rebsorte namens Itriola, während der Sagrantino mit den aus Kleinasien zurückkehrenden Franziskanermönchen in diese Gegend gekommen zu sein scheint. Die Karten lassen also keinen Zweifel daran, dass die Weinherstellung an diesen Küsten ein ernsthaftes, angesehenes und geschütztes Geschäft war, so dass 1540 das Datum der Weinlese durch eine genaue städtische Verordnung festgelegt wurde und 1925 die "Regionale Wein- und Ölausstellung" in Montefalco stattfand, das schon damals als "wichtigstes önologisches Zentrum Umbriens" bezeichnet wurde. Alles richtig. Aber wenn es stimmt, dass die Tradition der Weinherstellung ihre Wurzeln in der Geschichte hat, so wie die Sagrantino-Reben in der ihren, von den Hügeln bis in die Stadtmauern hinein, wo sehr alte Pflanzen die Eingänge von Häusern, Villen und Palazzi schmücken, dann sollte man sich daran erinnern, wie sich die zeitgenössische Sichtweise dieser Rebe und ihres Weins in den letzten Jahren tiefgreifend verändert hat. Er hat sich von einem süßen Nektar, der immer noch von der DOCG produziert und geschützt wird, zu einem großen trockenen Wein entwickelt, der Kraft, Komplexität und Eleganz sowie eine außergewöhnliche polyphenolische Ausstattung aufweist, die ihm Farbe, Struktur und eine große Lagerfähigkeit verleiht. Kurz gesagt, man hat das Gefühl, dass das Beste noch vor uns liegt und dass dieser mächtige Rotwein dazu bestimmt ist, einen festen Platz unter den Großen der italienischen und internationalen Önologie einzunehmen. Er stammt aus einem Gebiet, das neben Montefalco auch Teile der Gebiete von Bevagna, Gualdo Cattaneo, Giano und Castel Ritaldi umfasst und seit 1992 DOCG ist. Es handelt sich um eine Rebe und einen Wein, die mit ihrem Bezugsgebiet eins geworden zu sein scheinen und die wie nirgendwo sonst auf der Welt von dem spektakulären Mosaik profitieren, das sich aus Klima und Böden ergibt. Darüber hinaus zeigt sich die Größe des Gebiets auch in den großartigen Interpretationen anderer Weine, angefangen beim Montefalco Rosso, der in seiner Riserva-Version hervorragend ist, über die Deklinationen der DOC Colli Martani bis hin zu den weißen Sorten, die für die Zukunft Überraschungen bereitzuhalten und neue Geschichten zu erzählen scheinen.
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Via del Sagrantino, 1 06031 Bevagna PG
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