Stiftung Romano Notari
Die Schwelle des Kunsthauses von Romano Notari zu überschreiten, bedeutet, in eine Welt einzutreten, die zwischen Wirklichkeit und Traum, Licht und Farbe zu schweben scheint – einen Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern unmittelbar erlebt wird.
Das im Gemeindegebiet von Campello sul Clitunno gelegene Kunsthaus fügt sich harmonisch in die umgebende Landschaft Umbriens ein, zwischen Olivenhainen, Wäldern und dem geheimnisvollen Wasserlauf der berühmten Clitunno-Quellen. Die Ruhe und Spiritualität dieses Ortes durchdringen die Räume, erhellen die Kunstwerke und spiegeln sich auf den Oberflächen der vom Künstler selbst entworfenen Möbel wider.
Es handelt sich nicht um ein gewöhnliches Atelier, sondern um ein Gesamtkunstwerk: einen vollständig von Romano Notari gestalteten Raum, eine eigene Welt, in der jedes Detail seine künstlerische Vision zum Ausdruck bringt.
Die Besucherinnen und Besucher betreten ein lebendiges, dreidimensionales Kunstwerk, in dem jeder Raum, jede Wand und jeder Gegenstand von der engen Verbindung zwischen Kunst, Leben und Natur erzählt. Es ist eine gleichsam schwebende Dimension, die dazu einlädt, einzutreten, zu betrachten und zu empfinden – und selbst Teil der malerischen und spirituellen Erzählung des Künstlers zu werden.
Zwischen den originalen Einrichtungsgegenständen und einer sorgfältigen Auswahl an Designobjekten aus den 1970er- und 1980er-Jahren bewahrt das Haus die Geschichte eines Mannes, der sein gesamtes Leben in einen grenzenlosen kreativen Weg verwandelte. In diesen Räumen machte Notari die Malerei zu einer umfassenden Erfahrung: Seine Werke, die leuchtenden Farben, gewagten Perspektiven und das Licht selbst werden zu Instrumenten der inneren Einkehr und Kontemplation.
Architektur, Design und die Anordnung der Gegenstände sind dabei keine bloßen dekorativen Elemente. Sie bilden einen wesentlichen Bestandteil der Erzählung und lenken den Blick auf das Unsichtbare, das Symbolische und das Transzendente.
Romano Notari (Foligno, 1933 – Campello sul Clitunno, 2023) verstand die Malerei stets als eine innere und spirituelle Reise. Von seinen frühen visionär-figurativen Arbeiten der 1950er-Jahre bis zu seinen letzten Werkzyklen aus den 2000er-Jahren erforschte er das Geheimnis des Lebens und des Bewusstseins und verband dabei Erinnerung und Moderne, Wirklichkeit und Traumwelt, Materie und Transzendenz.
Seine Arbeiten laden dazu ein, über die sichtbare Oberfläche hinauszublicken, Archetypen und Symbole zu erkennen und durch Farbe, Licht und Form den Atem der Seele wahrzunehmen.
Ein Besuch im Kunsthaus bietet die Möglichkeit, Gemälde zu entdecken, die noch nie öffentlich ausgestellt wurden, Mappen mit unveröffentlichten Zeichnungen durchzusehen und Fotografien des Künstlers zu betrachten. Auf diese Weise eröffnet sich ein lebendiges Archiv seiner künstlerischen Forschung.
Der Besuch ist weder von Eile geprägt noch standardisiert. Er kann frei, flexibel und ohne zeitliche Begrenzung gestaltet werden – ganz so, wie es der Künstler selbst gewünscht hätte. Die Gäste können vor einem Gemälde verweilen, eine Zeichenmappe durchblättern, Fotografien betrachten oder in Büchern und Katalogen lesen.
Dieser Rundgang verbindet ästhetischen Genuss mit persönlicher Entdeckung, Kontemplation mit Erzählung und die Kunst mit dem Leben Notaris.
Bereichert werden die Besuche durch die Anwesenheit der Erben Romano Notaris, die persönliche Anekdoten, bisher unbekannte Geschichten und Erinnerungen an den kreativen Alltag des Künstlers erzählen. Dadurch wird die Erfahrung noch persönlicher und eindrucksvoller.
Es ist eine seltene Gelegenheit, den Menschen hinter den Gemälden kennenzulernen: seine Beweggründe, Entscheidungen und Leidenschaften sowie seine tiefe Verbundenheit mit seiner Heimat und mit den Menschen, die seinen Lebens- und Schaffensraum mit ihm teilten.
Adresse: Via Settecamini 54, Campello sul Clitunno (PG)
Besichtigungen: Nur nach vorheriger Terminvereinbarung. Der Eintritt ist frei; freiwillige Spenden zugunsten der Stiftung sind willkommen.



























