Ceramics

Die Keramik aus Orvieto

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Die Keramik aus Orvieto hat eine jahrtausendealte Tradition: sie entstand mit den ersten menschlichen Siedlungen.
In der etruskischen Epoche erfuhr sie eine wichtige Entwicklung durch die Produktion der Buccheri: Eine Keramik aus sehr feinem Ton, an der Töpferscheibe gearbeitet und gleichmässig schwarz, da zwischen Kohle unter Sauerstoffmangel gebrannt. Erst im Mittelalter jedoch hat die urtümliche Majolika aus Orvieto ihren unbestrittenen Höhepunkt erreicht und wurde zum Vorbild für andere Herstellungszentren Italiens: Die Zeit des größten Erfolges verzeichnete sie Ende 13./Mitte 14. Jhr. mit Objekten in braunen und grünen Farben auf weißer Emaille, mit netzartigen Verzierungen als Hintergrund und vollen Formen wie Vögeln, Fischen, Tieren, Menschen und Tieren mit menschlichem Kopf. Im 15. Jh. führten die „Vascellari" - so wurden die Handwerksmeister genannt - neue Farben wie Gelb und Kobaltblau ein, sowie neue Dekorationstechniken wie die geritzte grüne Engobe im Relief - „zaffera" genannt. Wenn Sie Lust auf einen Spaziergang durch die Ausgrabungen haben, werden Sie noch heute die damals größten Produktionsanlagen von Orvieto sehen: die Brennerei aus dem 15. Jh. in der Nähe von Pozzo della Cava oder die nahgelegene Faktorei, die bis zur Mitte des 16. Jh. in Betrieb war. 
Die Wiederentdeckung der urtümlichen Majolika durch mittelalterliche Funde aus den Küchen von Palästen und Häusern förderte die erneute Verarbeitung von antiken Formen und Dekorationen, die der neuen handwerklichen Produktion angepasst wurden, indem man alte Muster wiederaufnahm: es ist genau die Zeit zwischen den beiden Kriegen, als die Herstellung der berühmten Schnabelkrüge (Galletto) beginnt. Bemerkenswert ist auch, dass die Mosaiksteinchen, die sich bewusst mit bildhauerischen Elementen abwechseln und die wunderschöne mittelalterliche Fassade des Dom von Orvieto zieren, aus örtlicher Herstellung stammen. Von diesem künstlerischen Ereignis an, war diese Technik forthin als „orvietanischer Stil" bekannt.
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