Tomba del Faggeto

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Das Tomba del Faggeto, 18 km nördlich vom Zentrum Perugias gelegen, ist ein schönes Beispiel für Grabarchitektur mit einem Tonnengewölbe, das in der Gegend von Perugia in der hellenistischen Zeit (III.-I. Jhdt. v. Chr.) verbreitet war. Am Fuße des Monte Tezio gelegen, der von einer sanften Hügellandschaft umgeben ist, öffnet sich das in den sandigen Boden gearbeitete Grab. Es liegt am östlichen Hang des Cresta della Fornace inmitten eines Buchenwaldes, von dem der Ortsname kommt, der dem Grab seinen Namen gegeben hat. 

Das Grab, das in den Anfängen des 20. Jahrhunderts zufällig entdeckt wurde, besteht aus einem Raum, dem ein schmaler Zugang (Dromos) im Freien vorausgeht. Die geringe Größe des Innenraumes (1,26 x 1,12 m) zeigt einen etwas über einen Meter hohen Raum mit rechteckigem Grundriss. Die Innenwände wurden aus Steinblöcken, die aus der Gegend stammen und genau ineinander passen, ohne Mörtel gefertigt. An der hinteren Wand, genau in der Mitte, befindet sich eine kleine Bank, die aus einer einzigen Felsplatte besteht. Diese diente zur Ablage der Urne und der Grabbeigaben. Das Grabgewölbe besteht aus fünf Blöcken, die kreisförmig entlang der Raumtiefe und passgenau angeordnet wurden, um so ein halbkreisförmiges Profil zu schaffen. Das Grab wurde durch eine Parallelepided-Kalksteinplatte verschlossen, die außen schön geglättet und an den Enden mit kegelstumpfförmigen Bolzen versehen war. Diese dienten als Türangeln, in denen sich die Tür drehte. Die Tür und der große dreieckige Steinblock über der Mauerkrone des Baus weisen eine perfekt geglättete Oberfläche auf und waren daher dazu bestimmt, sichtbar zu bleiben.

Die Travertin-Urne wurde von den Grabentdeckern auf der kleinen Bank in der Grabkammer vorgefunden. Sie hat einen Deckel mit Doppelgiebel, das Gefäß mit der Asche und den nicht zur Gänze verbrannten Knochen des Verstorbenen zeichnet sich durch eine schmucklose, schön polierter Vorderseite aus, auf der sich eine Inschrift im neuetruskischen Alphabet befindet, die den Vornamen - Arnth - und den Familiennamen des Verstorbenen darstellt: Cairnina. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Name in Verbindung mit dem Bach Caina steht, dessen Quellen sich in der Nähe des Grabs befinden. Im Lauf der Zeit wurden verschiedene Befestigungsarbeiten, auch um die Begehbarkeit des Ortes zu sichern, durchgeführt, indem merkliche Veränderungen an der ursprünglichen Anlage vorgenommen wurden, wie der Ausbau des Zugangskorridors und die Befestigung der Abdeckung, die bei der Entdeckung aufgebrochen wurde.