Stadt

Todi


Fremdenverkehrsamt
Piazza del Popolo 38 - 06059 Todi
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GESCHICHTE
Todi ist wahrscheinlich umbrischen Ursprungs und war zwischen dem 5. und 4.Jh.v.Chr. der blühende Mittelpunkt der etruskischen Zivilisation am rechten Tiberufer.  In der römischen Zeit wurde der Ort Kolonie und Munizipium. Dank seiner Höhenlage und seines soliden Verteidigungssystems blieb er von den Barbareneinfällen verschont und konnte auch während der Turbulenzen des Frühmittelalters in relativer Sicherheit leben. Nachdem er im 12. Jh. freie Kommune geworden war, begann eine sehr glückliche Zeit, die den Bau prächtiger Monumente sah. Aufgrund der Kämpfe gegen Spoleto, Orvieto und Narni währte seine Unabhängigkeit jedoch nicht lange. Im Jahr 1230 kam in Todi der repräsentativste religiöse Dichter des 13. Jh. zur Welt: Jacopo Benedetti, bekannt als Jacopone da Todi. Die politische und militärische Unsicherheit dauerte bis zum 16. Jh. an, als sich Todi nach verschiedenen Herrschaften dem Kirchenstaat anschloss, unter dessen Herrschaft die Stadt, abgesehen von der napoleonischen Zeit, bis zum Jahr 1860 blieb.
KUNST, KULTUR, NATUR
Todi ist von drei konzentrischen Mauerringen umgeben, die die Ausdehnung der Stadt in der umbrisch-römischen und römischen Zeit bzw. im Mittelalter bezeugen. Bevor man in den historischen Stadtkern gelangt, trifft man auf die imposante Kirche S. Maria della Consolazione, eines der herausragendsten Werke der Renaissance in Umbrien. Ihr Bau begann 1508 nach einem Bramante zugeschriebenen Entwurf und wurde 1617 mit dem Beitrag berühmter Architekten jener Zeit fertig gestellt. In der Stadtmitte befindet sich einer der schönsten Plätze Italiens, die prächtige Piazza del Popolo, eingerahmt von den monumentalen Gebäuden der zivilen Palazzi und des kirchlichen Komplexes: Palazzo del Popolo, errichtet zwischen 1214 und 1228 und damit eines der ältesten italienischen Gemeindegebäude, Palazzo dei Priori, gebaut in der Zeit zwischen 1334 und 1347 mit gotischen Formen und einem viereckigen Turm, Palazzo del Capitano del Popolo (Ende 13. Jh.) mit einer weitläufigen Loggia mit zentralem Pfeiler im Erdgeschoss, der Dom, errichtet im 12. Jh. und später im Laufe des 13. und 14. Jh. ausgebaut, und daneben der Bischofspalast. Ein künstlerisch wertvolles Werk ist die Kirche S. Fortunato (13.-15. Jh.). Sie steht am Ende einer imposanten Freitreppe und ist ein eindrucksvolles Beispiel des umbrischen gotischen Stils. In der Krypta der Kirche ruhen die Gebeine des Dichter-Mönchs Jacopone da Todi und in einer kleinen Gedächtniskapelle die Gebeine der Schutzheiligen der Stadt: Fortunato, Callisto, Cassiano, Degna und Romana. An der höchsten Stelle der Stadt liegt die Piazza IV Novembre, auf der die Ruinen der 1503 zerstörten Festung zu sehen sind. Von hier genießt man einen herrlichen Ausblick auf das Tibertal und das gesamte Territorium des umliegenden Landes. Von den Schutzmauern des Festungsparks kann man auch heute noch die Reste der Burgen erkennen, die früher ein außergewöhnlich effizientes und gut organisiertes Verteidigungssystem bildeten. Einer der faszinierendsten Vorposten ist die Burg Montenero: Sie liegt inmitten eines dichten Pinienwaldes und beherrscht die gesamte Südflanke des Gemeindeterritoriums. Sehenswert in der Umgebung ist der Komplex von Colvalenza (Kirche und Wallfahrtsort der Barmherzigen Liebe), in Italien eines der kühnsten Beispiele der modernen Kirchenarchitektur. 1965 nach einem Entwurf des Madrider Architekten Giulio Lafuente realisiert, ist dieser Komplex heute nicht nur Ziel vieler Pilgerfahrten, sondern auch Konferenzzentrum und Ort des spirituelle Rückzugs. Eindrucksvoll ist auch das auf traditionelle Weise gebaute Kloster Montesanto, das dafür berühmt ist, Anfang des 15. Jh. der Rückzugsort des hl. Bernhards gewesen zu sein: Bei dieser Gelegenheit wurde am Kircheneingang eine heute noch sichtbare Linde gepflanzt.  Bis zur Ankunft der napoleonischen Truppen befand sich über dem Altar eine herrliche Altartafel mit der Darstellung der Krönung der Heiligen Jungfrau von Giovanni di Pietro, genannt lo Spagna. Diese Altartafel gehört heute zum Kunstbestand des äußerst interessanten und ausgesprochen gut organisierten Pinakothek-Museums, das im letzten Stock des Palazzo del Podestà und des Palazzo del Capitano del Popolo untergebracht ist.