Città di Castello

Schatz von Canoscio in Città di Castello

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Er wurde zufällig im Frühjahr 1935 in der Nähe des Wallfahrtsortes Canoscio bei Città di Castello entdeckt. Er lag als Haufen angeordnet unter einem großen Teller, der bei der Entdeckung durch einen Schlag mit dem Pflug in viele Stücke zerbrach.  
Er ist ein seltenes Beispiel für vorchristliche Kunst und besteht aus 25 Gegenständen, unter anderem Teller, Patenen, Kelche, Hostienkelche, Siebe, einer kleinen Schöpfkelle und zahlreichen Löffeln. Das Fehlen von religiösen Symbolen auf Gegenständen, die normalerweise welche aufweisen, wie der Kelch und der Hostienkelch, und das Vorhandensein von liturgiefremden Gegenständen, wie der Schöpfkelle und den Löffeln, haben zur Annahme geführt, dass es sich bei dem Schatz um Haushaltsgegenstände handelte, die an eine christliche Gemeinschaft gespendet wurden und dann erst mit Symbolen aus der eigenen entstehenden Religion versehen wurden: dem Fisch, dem Kreuz und der Taube. Während der ersten Jahrhunderte des Christentums wurden nämlich aufgrund der Verfolgung der Gläubigen normale Gegenstände aus dem Haushalt als Liturgie-Gegenstände verwendet. Erst vom 4. bis 7. Jh. wurden im Einklang mit der Kodifizierung des eucharistischen Ritus Gegenstände hergestellt, die ausschließlich der Liturgie dienten.
Die Namen Aelianus und Felicitas, die in der Patene eingraviert sind, könnten von den Spendern stammen.