Therapeutische Wallfahrtsorte von heilig bis profan

Kirche von Santa Maria Giacobbe

Die Kirche von Santa Maria Giacobbe befindet sich in einer Grotte auf halber Höhe des Monte Pale

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Bevor man zur Wallfahrtskirche hinaufgeht, sollte man seinen Fuß auf einen Abdruck in einem Felsen am Beginn des Weges stellen: man sagt, dass es der Abdruck von Santa Maria Giacobbe sei. Entlang des Weges sollte man seine Hände in den Einfurchungen des Felsens gleiten lassen, die der Tradition nach von den Fingern der Heiligen stammen. Um um Heilung zu bitten, muss man den schmerzenden Körperteil über den Felsen streifen.  Heutzutage hat die Einsiedelei fast völlig seine heilende Funktion verloren, aber in der Vergangenheit war sie Ziel von Wallfahrten von Pilgern, die unter rheumatischen Schmerzen litten, ein Leiden, das bei den Bewohnern von Pale und Belfiore früher häufig war, da sie vorwiegend bei Bauarbeiten tätig waren. 
Die Wallfahrtskirche Santa Maria Giacobbe (S. Maria Jacobi) ist eine kleine Kirche mit einer angeschlossenen Einsiedelei aus der zweiten Hälfte des 13. Jh. in einer Grotte auf halber Höhe des Monte Pale, wo laut Tradition die Heilige zur Buße Halt gemacht hat.
Die Einsiedelei von Santa Maria Giacobbe
Die Kirche ist ganz mit Fresken ausgemalt, während die Statue des  Christus mit der Tunika -  hier mit den Füßen in zwei verschiedenen Kelchen dargestellt - und das Bild von  Christi Geburt  in einer kargen Landschaft, die an die Gegend erinnert und durch eine kniende Heilige mit einem grünen Kleid und weißer Schürze (Santa Maria Giacobbe) charakterisiert ist, die das Jesuskind über ein kelchförmiges Becken hält, eher ungewöhnlich sind.
 Eine zu Beginn des 16. Jh. konstruierte Trennmauer teilt das Kirchenschiff von der Apsis, die in die Felswand geschlagen wurde  und mit einem Fresko der Santa Maria Giacobbe   geschmückt ist, auf dem die Heilige eine Vase mit Kräutern in der Hand hält und deswegen  „mirri/ora" genannt wird.  Die Fresken auf den Wänden der Apsis der Kirche sind aufgrund der ständigen Abtragung von kleinen Putzstückchen in schlechtem Zustand, da diese für Heiltränke verwendet wurden.
Durch eine Tür auf der rechten Seite der Apsis gelangt man in einen kleinen Hof mit einer Zisterne, in der die Einsiedler Regenwasser sammelten, das diese für den täglichen Bedarf und die Gläubigen zu Heilungszwecken verwendeten. Im an die Kirche angrenzenden Zimmer sind zahlreiche Weihegaben gesammelt, vor allem bemalte Tafeln, die als Dankesbezeugung für erhaltene Gnaden von den Gläubigen gespendet wurden.