Therapeutische Wallfahrtsorte von heilig bis profan

Kirche von San Paterniano

Inmitten der Buchenwälder  wurde die Wallfahrtskirche San Paterniano gebaut, um Knochenkrankheiten zu heilen. 

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Wenn man auf der rechten Seite der Fassade ankommt, sieht man einen  großen Stein mit einer Inschrift und einem Loch, von der der Volksglaube sagt, dass hier der Abdruck vom Knie, Ellbogen und dem Stock des Heiligen stammt. 
Auch wenn dieser Brauch mittlerweile nicht mehr ausgeführt wird, sollte man sich an dieser Stelle hinknien, um die Fürsprache zur Heilung von Knochenkrankheiten zu erbitten.
Der Legende nach kehrte die Reliquie des Schädels von San Paterniano mehrerer Male an den Ort zurück, wo der Heilige die Erbauung einer Kirche wünschte, solange bis dieser Wille erfüllt wurde. Das Gebäude, das in den Rationes Decimarum  und im Pelosius-Kodex  des 14. Jh. erwähnt wird, wurde im Laufe der letzten drei Jahrhunderte mehrmals restauriert und verändert. 
Auf der spitz zulaufenden Fassade mit vorgeschobenen Arkaden öffnet sich das Portal mit zwei seitlichen und einem oberen Fenstern. Auf der Rückseite befindet sich eine Betzelle, die bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts von kirchlichen und weltlichen Einsiedlern besetzt war. Anlässlich des  Festes des San Paterniano ist die Kirche das Ziel von Pilgern aus den drei umliegenden Gemeinden: Cammoro, Orsano und Pettino. Die Gläubigen versammeln sich auf dem Platz im Tal: die Männer tragen Hemden der Konfraternität und jede Gemeinschaft zieht in Prozessionen bis zur Kirche hinauf. 
Im Inneren der Kirche verehrt man die Statue von San Paterniano, an der man  Weihegaben anbringt, um eine wundersame Fürsprache zu erbitten oder für eine erhaltene Gnade Zeugnis abzulegen. Um den Besuch der Wallfahrtskirche und den Aufenthalt der Gläubigen angenehmer zu gestalten, hat die Agrargemeinschaft von Cammoro ein Picknick-Gelände auf der unterhalb liegenden, freien Fläche angelegt.
In der Nähe der Kirche, unter einem der größten Buchen der Region, befindet sich „eine sehr gesunde Quelle, die das Volk aus Verehrung zum Heiligen und zur Heilung von Krankheiten trinkt", bemerkte 1713 Bischof Carlo Giacinto Lascaris anlässlich seines Pastoralbesuchs