Stabdt

San Venanzo


GESCHICHTE
Die ersten Anzeichen menschlicher Ansiedlungen gehen auf die Altsteinzeit zurück, doch auch die Etrusker hinterließen beachtliche Spuren ihrer Anwesenheit. Die frühesten Notizen stammen aus der byzantinischen Epoche um das 8. Jh. Die mittelalterlichen Ursprünge des Ortes sind ab dem 13. Jh. dokumentiert, als er aufgrund seiner Position lange Zeit den Monaldeschi von Orvieto unterstand, deren Schicksal er teilte, bis schließlich die Herrschaft der Kirche die Oberhand gewann (16. Jh.). San Venanzo gehörte zum Gemeindegebiet von Orvieto, bis es 1929 eine autonome Kommune wurde.
KUNST, KULTUR, NATUR
Sehenswert sind in San Venanzo der große, das Dorf beherrschende Turm, ein Überrest der mittelalterlichen Burg, die Kirche Madonna Liberatrice mit einer Bildtafel der Schule des Perugino und die Villa Faina, ein historisches Gebäude mitten im Ort. Der Reichtum von San Venanzo ist jedoch seine unberührte Naturlandschaft, die zu den schönsten der Region gehört. Von großem Naturinteresse ist der in der Nähe des Gipfels des Monte Peglia gelegene Park Sette Frati: Im Park befindet sich ein geschütztes faunistisches Reservat und das Umweltdokumentationszentrum des Monte Peglia. In dieser Gegend war vor 265 Millionen Jahren einer der 3 „Bonsai-Vulkane" aktiv, die jüngste Studien identifizierten konnten. Diesen Studien ist die Entwicklung des  didaktischen Umwelttourismus und die Eröffnung des Vulkanologischen Parks und Museums zu verdanken.  Das seit 1999 bestehende Museum ist eine wichtige Anlaufstelle für Studenten und Wissenschaftler, die ihre Studien über Ergussgesteine und über Metamorphismus und Formen des Vulkanismus vertiefen wollen. Die Perle des Museums ist der Venanzit (viele glauben, dass von ihm der Ortsname stammt), ein weltweit einmaliges Vulkangestein. Er kann vor Ort in einem alten Steinbruch, Mittelpunkt des Vulkanologischen Parks und richtiggehendes Freiluftmuseum, besichtigt werden. Auch die während der archäologischen Ausgrabungen in Poggio delle Civitelle geborgenen Fundstücke belegen das didaktisch-wissenschaftliche Interesse dieses Territoriums. Das gefundene Material bestätigt nicht nur die Präsenz der Etrusker, sondern untermauert auch die Hypothese, dass Poggio delle Civitelle ein Verteidigungsvorposten für Orvieto war und eine Waffenfabrik hatte, da in der Ausgrabungsstätte eine große Menge an eisenhaltigen Gegenständen gefunden wurden. Die Umgebung zeichnet sich durch eine Unmenge von Türmen und mittelalterlichen Burgen in den Ortschaften Rotecastello, San Vito in Monte, Pornello, Ripalvella, Poggio Aquilone, Civitella dei Conti und Collelungo aus. Sehr schön sind auch die Wallfahrtskirche Madonna della Luce und die Ortschaft Ospedaletto, die aufgrund ihrer Pinienwälder bei Touristen beliebt ist.