Stabdt

Narni


Fremdenverkehrsamt
Via Cassian Bon, 4 - 05100 Terni
info@iat.terni.it
GESCHICHTE
Das antike „Nequinum" der Umbrer wurde 299v.Chr. von den Römern erobert, die es zuerst zur Kolonie und dann zu einem wichtigen Munizipium mit dem Namen „Narnia" machten. Nachdem es von Totilas Gotenheer angegriffen und zerstört worden war, wurde es für kurze Zeit von den Langobarden beherrscht, die es dem Herzogtum von Spoleto einverleibten.  Anschließend gehörte Narni zunächst zum Römischen Herzogtum, dann zu den Gütern der Gräfin Mathilde di Canossa und danach zu den Besitztümern der Kirche. Im Anschluss an die turbulenten Ereignisse des Frühmittelalters erlebte der Ort im 11. Jh. eine Zeit der Macht und des Reichtums, bis er 1174 unter die Herrschaft von Friedrich Barbarossa gelangte: In den darauf folgenden Jahren kämpfte Narni ununterbrochen gegen Friedrich II. und gegen das Herzogtum Spoleto. Auf Betreiben des Kardinals Albornoz wurde der Ort im 14. Jh. dem Herrschaftsbereich der Kirche einverleibt. Nach der Besetzung durch Siziliens König Ladislaus wurde er wieder von der Kirche und im Jahr 1527 von Karl V. erobert und verwüstet. Die instabile Lage währte bis zum 17. Jh., als Narni dem Kirchenstaat einverleibt wurde, unter dessen Herrschaft es, abgesehen von der napoleonischen Zeit, bis 1860 blieb.
KUNST, KULTUR, NATUR
Narni hat zahlreiche, in dreitausend Jahren Geschichte angesammelte Kunstschätze. Aus der römischen Zeit sind die grandiose Ponte di Augusto, die Ponte Cardona und das Aquädukt Formina erhalten. Weitere eindrucksvolle mittelalterliche Monumente sind die Kathedrale S. Giovenale mit romanischem Portal, Holzchor und Mosaiken und einer kleinen, dem Schutzheiligen geweihten Gedächtniskapelle aus dem 7. Jh., die Kirche S. Domenico, heute Bibliothek und Geschichtsarchiv, und die Kirche S. Maria Imprensole (1175), Schmuckstück der romanischen Architektur in Narni. Interessant sind auch die Kirche S. Agostino (15. Jh.) und die Kirche S. Francesco (14. Jh.) An der wunderschönen Piazza dei Priori stehen der schlichte Palazzo del Podestà mit römischem und mittelalterlichem Marmor, heute Sitz der Stadtverwaltung, in dem ein Gemälde des Ghirlandaio und ein Fresko des Spagna zu sehen ist, sowie die Loggia dei Priori mit der bezaubernden Loggia del Banditore. Die imposante, in jüngster Zeit  restaurierte Rocca Albornoz, die Kardinal Albornoz in der zweiten Hälfte des 14. Jh. erbauen ließ, überragt vom Gipfel des Ausläufers, auf dem Narni liegt, das ganze Städtchen. Nicht nur über, sondern auch unter dem Boden birgt der Ort aufregende Überraschungen und lädt zu einem faszinierenden Rundgang im unterirdischen Narni ein: Besichtigt werden können Aquädukte, Zisternen, Gänge, Krypten und sogar der Folterraum des Inquisitionsgerichts mit einer Zelle, in der noch von den auf ihre Verurteilung wartenden Gefangenen eingeritzte Graffitis zu erkennen sind. Narnis Erdreich verbirgt eine Welt für sich, die schon ab der etruskischen Zeit in den Felsen eingegraben wurde und eine geheimnisvolle und faszinierende Landschaft im Herzen der Stadt darstellt, Ziel einer Reise durch die Geschichte, die Kunst und die Kultur vergangener Zivilisationen. Die Besichtigung des unter der Oberfläche gelegenen Ortes ist wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, um die Jahrtausende alte unterirdische Stadt zu entdecken. Sehenswert sind in der Umgebung die Franziskanische Einsiedelei S. Urbano mit Kreuzgang aus dem 15. Jh., gegründet vom hl. Franziskus und nur 12 km von der Stadt entfernt, die Abtei San Cassiano, das ehemalige Franziskanerkloster S. Girolamo und die Kirche S. Pudenziana in der Ortschaft Visciano, die zusammen mit der Kirche S. Michele Arcangelo in Schifanoia eines der interessantesten romanischen Gebäude im Gebiet von Narni darstellt.