Wein und Olivenöl

Von Narni nach Orvieto entlang der Weinstraße Etrusco Romana

Von Narni nach Orvieto entlang der Weinstraße Etrusco Romana: Weinbautradition seit dem antiken Rom

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Die Gründung der Stadt Amelia reicht weiter zurück als die Gründung Roms. Dies bezeugen die vieleckigen Mauern, die ein einzigartiges System zum Schutz vor Einfällen der in der Nähe lebenden Etruskervölker darstellen. Das archäologische Museum und die römischen Zisternen sollte man unbedingt besichtigen.
Auf der Reise folgen Weinberge und Straßen aufeinander – der Rebstock gehört seit jeher zu den Colli Amerini. Grechetto, Malvasia, Ciliegiolo und Sangiovese sind die Rebsorten, die am häufigsten angebaut werden. Sie sind vor allem bekannt, weil sie in der Geschichte zur Herstellung von Vin Santo verwendet wurden.
Narni kann man schon aus der Ferne erblicken. Diese wunderschöne und geschichtsträchtige Stadt liegt auf einem kalkigen Felsvorsprung am Fluss Nera. Ein Schmuckkasten römischer, etruskischer und mittelalterlicher Schätze: Man sollte sich die Abtei San Cassiano und die Burg Albornoz ansehen und das unterirdische Narni kennen lernen, bevor man sich die Brücke Ponte di Augusto ansieht.
Dieses Gebiet ist das Königreich des Ciliegiolo, einer alteingesessenen Rotweinsorte, die für die Weine der Colli Amerini von großer Bedeutung ist, da sie die Weine frisch und aromatisch macht. Und wenn man hungrig wird: Die Bohnensorte fava cottora, die heute unter dem Schutz von Slow Food steht, rettet vor dem Vergessenwerden, andernfalls auf jeden fall die Manfricoli, eine handgemachte Nudelsorte mit Pacio-Sauce oder mit Wildspargel.
Anschließend sollte man noch den Stockfisch mit Pflaumen oder einen anderen traditionellen Fixpunkt probieren, und zwar die Palombacci all'Amerina mit ihrer typischen Sauce mit mittelalterlichem Geschmack. Die süßeste Nachspeise kommt aus der Vergangenheit – Feigen aus Amelia gefüllt mit Trockenfrüchten. 
Erblickt man den Corbara-See, so weiß man, dass man in Civitella del Lago angekommen ist. Dort befindet sich das einzigartige Museum Ovoteca, jedoch sollte man sich auch die archäologische Ausgrabungsstätte in Scoppieto ansehen.
Blickt man in das Land hinein, so merkt man, dass zu den traditionellen Sorten weitere italienische und internationale Sorten hinzugekommen sind, wie etwa Chardonnay, Sauvignon, Vermentino, Cabernet, Merlot und Pinot Nero.
Die zuletzt erwähnten Sorten sind typisch für den Wein Doc Lago di Corbara, ein rubinroter, schlichter und eleganter Wein. Beim Anblick von Orvieto wird man erstaunt sein. Die Stadt liegt auf einem mächtigen Tuffsteinfels und ist für ihren Weißwein bekannt.
In Orvieto sollte man sich unbedingt den Dom, den Brunnen von San Patrizio und den Untergrund ansehen. Seit den Römern spielte der Wein eine zentrale wirtschaftliche Rolle für das Gebiet, es wurde vom Papst bevorzugt und so konnte der Bau des Doms finanziert werden. Der Grechetto aus Orvieto – mindestens so alt wie die Stadt selbst – ist eine strohgelbe Weißweinsorte, die leicht fruchtig und blumig ist, aber einen hohen Alkohol- und Säuregehalt hat. Traditionell wird er auch in Verbindung mit dem Trebbiano verwendet.