Gubbio

Die Geschichte von Simone und der Gruppe PiccolAccoglienza Gubbio

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Nicht nur die Schönheit der Landschaft, durch die man wandert oder die perfekte Organisation der Strecke machen eine Pilgerwanderung einzigartig, manchmal sind es auch die Sensibilität, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen, die man trifft.


Dies ist die Geschichte von Simone und dem Projekt PiccolAccoglienza Gubbio, das 2013 mit dem Ziel entstand, den Pilgern auf dem Franziskusweg zu helfen und sie zu unterstützen.

"Alles begann im März 2013 – erzählt Simone, der die Gruppe PiccolAccoglienza Gubbio von ca. 15 Personen koordiniert – als wir mit der Diözese von Gubbio das Amt für die Pastorale für Freizeit, Pilgerwanderungen, Tourismus und Sport geschaffen haben. In kurzer Zeit haben wir gemerkt, dass die Welt der Pilgerwanderungen groß und bemerkenswert ist, also haben wir unser Projekt entwickelt und am 1. März 2014 ist PiccolAccoglienza Gubbio entstanden."

 

Anfangs bestand unsere Aktivität hauptsächlich darin, den Pilgern praktische Informationen zu geben, aber bald kamen weiter Dienstleistungen dazu.

"Mit der Zeit haben wir eine Infoline für Pilger geschaffen, eine Handynummer, die wir schichtweise betreuen, je nach dem wer Zeit hat, um immer einsatzbereit zu sein. Außerdem haben wir begonnen, die bescheidenen Unterkünfte für Pilger im Bereich der Diözese von Gubbio zu koordinieren. Dabei haben wir immer vor Augen, dass die Pilger vor allem Menschen sind und als solche behandelt werden wollen. Aus diesem Grund haben wir die „Postkarte des Pilgers" entworfen, ein Geschenk für diejenigen, die in den bescheidenen Unterkünften übernachten. Jedes Jahr wird die Karte von einem anderen Künstler gestaltet und seit 2013 wurden bereits über 6000 Postkarten verteilt."

 

Das Projekt Piccola Accoglienza Gubbio (http://www.piccolaccoglienzagubbio.it) hat seinen Sitz in den Räumen der Diözese in der Via Baldassini in Gubbio und besteht aus einer Gruppe von ca. 15 Personen, alle aus Gubbio, die alle ehrenamtlich arbeiten. Simone ist Vermessungstechniker, außerdem gibt es Hausfrauen, Angestellte, Studenten, Freiberufliche, aber alle haben sie gemeinsam, dass sie den Pilgern helfen möchten, ihren Bedürfnissen entgegenkommen möchten, und das mit ganzem Herzen.

Im ersten Jahr hat Piccola Accoglienza Gubbio  500 Pilgern Auskünfte gegeben, im Jahr darauf 1500, 2015 waren es bereits 2500 und im August diesen Jahres bereits 2800. Diese Zahlen zeigen, wie sehr die Zahl der Pilger auf dem Franziskusweg gestiegen ist, aber auch wie sehr die wichtige Arbeit von Piccola Accoglienza Gubbio geschätzt wird. Seit März 2016 schickt Piccola Accoglienza Gubbio auf Anfrage auch eine Pilgerurkunde zu.

Die Arbeit von Piccola Accoglienza Gubbio liefert Unterstützung für die zahlreichen Pilger, die durch die Gegend von Gubbio kommen, spielt aber auch eine wichtige Rolle dabei, die Anwohner zu sensibilisieren.

"Es ist toll für uns zu sehen, wie das Interesse für den Franziskusweg hier in der Gegend gestiegen ist – erzählt Simone begeistert – die Menschen sind immer mehr dazu bereit, den Pilgern zu helfen und sie aufzunehmen. Es passiert mir oft, dass ich Menschen sehe, die bei starken Unwettern den Pilgern helfen, sie im Auto mitnehmen und entweder bei sich zu Hause aufnehmen oder sie bis zur nächsten Unterkunft der Diözese bringen. Diese Unterstützungsarbeit wird auch von anderen Vereinen ausgeführt, wie z. B. die 100 ramazze di Gubbio (http://www.100ramazze.org/), eine Gruppe von Einwohnern von Gubbio, die Projekte organisiert, um die verschiedenen Flächen der Stadt in Ordnung zu bringen. 2015 hat dieser Verein, anlässlich der Veranstaltung "Vivi la Via" (Lebe den Weg) den Weg von Caprignone nach San Pietro in Vigneto gesäubert. Dieser Geist macht den Franziskusweg authentisch und einzigartig."

 

Das Zugehörigkeitsgefühl der Anwohner ist langsam gewachsen, unter anderem auch dank der Arbeit und den Veranstaltungen, die von PiccolAccoglienza Gubbio am Franziskusweg organisiert werden: das Projekt „Conoscere la Via" (den Weg kennenlernen), ist z. B. ein Projekt, das gemeinsam mit dem Verein Maggio Eugubino und der Diözese organisiert wurde, und zum Ziel hat, die Gegend und die Orte von Franziskus auch unter den Bewohnern von Gubbio bekannter zu machen. Alle 4-6 Wochen wird eine Wanderung von ca. 15 Km auf einer der Etappen des Franziskuswegs organisiert, wobei immer ca. 40-90 Personen teilnehmen. Die nächsten beiden Termine werden diese Initiative abschließen, am 18. September mit der Etappe Via Maggio-Pieve Santo Stefano und am 30. Oktober mit der Etappe Valfabbrica-Assisi.

 

Dank der Arbeit von Simone und der Gruppe PiccolAccoglienza Gubbio wird viel für die Pilger getan, sowohl was praktische Informationen anbetrifft, als auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Aus den Erzählungen von Simone und durch seine Begeisterung wird aber klar, dass auch er sehr viel zurückbekommt: „Es ist schön zu sehen, wie unter den Pilgern eine ganz besondere zwischenmenschliche Beziehung entsteht. Sie treffen sich zufällig, lernen sich auf der Wanderung kennen und am Ende entstehen enge Freundschaften, da sie sich oft in den wenigen Tagen Dinge erzählen, die sie vorher nicht einmal dem besten Freund anvertraut hatten. Auch die Beziehung zwischen den Mitgliedern von Piccola Accoglienza Gubbio und den Pilgern ist etwas ganz Besonderes: am Anfang geht es um praktische Informationen über die Etappen und über die Strecke, aber am Ende werden wir oft Freunde und teilen Erfahrungen aus unserem Leben miteinander. Das Schlüsselwort für all das ist Freundschaft, Gastfreundschaft und Versöhnung."

 

Simone hat bei dieser Arbeit viele schöne Lebensgeschichten kennengelernt, alle unterschiedlich, aber alle gleich bedeutsam. Angefangen von der Gruppe Jugendlicher, die nach dem Abitur einen Freund auf dem Franziskusweg begleiteten, als propädeutischer Moment für seinen Eintritt ins Priesterseminar, über das Brautpaar, das gemeinsam mit den Trauzeugen und einer Gruppe Freunde beschloss, den Junggesellenabschied mit einer dreitägigen Pilgerwanderung von Gubbio nach Assisi zu feiern, bis hin zu dem Angestellten von Fiat, der wenige Tage nach der Wanderung als Dank, ein wichtiges Ersatzteil für den Bus der Diözese geschickt hat.

 

Geschichten der Freundschaft, Menschlichkeit, Solidarität, die man auf dem Pilgerweg erleben kann und die auch dank der Arbeit von Menschen mit einem großen Herzen, wie Simone, passieren.

 

Für weitere Informationen zum Franziskusweg: www.francescosways.com