Assisi

Eremo delle Carceri in Assisi

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Das Eremo delle Carceri (791 m), eine alte Einsiedelei inmitten des dichten Waldes des Monte Subasio, ca. 4 km von Assisi entfernt, ist ein Wallfahrtsort, der sich im Verlauf der Jahrhunderte um die natürlichen Grotten des Berges und die kleine Kapelle von Santa Maria entwickelt hat. 


Hierher zogen sich der Heilige Franziskus und seine ersten Gebetsbrüder in die Isolation zurück, um ein schlichteres und dem Gebet gewidmetes Leben zu führen („sie kerkerten sich ein").
Das Eremo delle Carceri wurde anfangs sporadisch von dem Heiligen aufgesucht, ab 1205-1206 verlängerten sich die Aufenthalte, als der Heilige beschloss, eine ganze der sich selbst auferlegten jährlichen fünf Fastenzeiten dort zu verbringen.
Der Tradition nach erhielt der Heilige Franziskus die Einsiedelei von den Benediktinern des Monte Subasio als Geschenk.
Zwischen 1217 und 1221 schrieb der Heilige Franziskus die –„Regel für Einsiedeleien", einen „Verhaltenskodex" für die Mönche, die sich in die Ruhe und Stille zurückziehen wollen.
Ab 1378 gab es erst unter dem Mönch Paoluccio Trinci, Initiator der Observantenbewegung, dann unter seinem Nachfolger, dem Heiligen Bernhardin von Siena (1380-1444), die ersten Erweiterungen des Wallfahrtsortes, mit dem Bau eines einfachen Schlafsaals, eines Speisesaals und einer kleinen angeschlossenen Kirche. 
Die Kirche aus dem 15. Jh. beherbergt über dem Altar eine Kreuzigung  umbro-sienesischer Schule aus dem 15.Jh. Interessant ist auch die kleine Glasfront französischer Herkunft an der hinteren Wand (14.Jh.); gegenüber befindet sich ein Schränkchen mit Erinnerungsstücken des Heiligen. Durch ein Eisentor erreichen Sie die urtümliche Kirche, auf dem Altar finden Sie das Kreuz, das der Heilige bei sich trug, wenn er loszog, um Menschen zu evangelisieren; dahinter ein Fresko der Madonna mit Kind und dem Heiligen Franziskus, das Tiberio d'Assisi (Anfang 16. Jh.) zugeschrieben wird.
Mit der Bronze-Statue von Vincenzo Rosignoli, der Heilige Franziskus befreit die Turteltauben  (1882), beginnt der eindrucksvolle Spaziergang durch den Wald, in dem sich eine alte Eiche befindet, über die die Vögel angeblich zusammenkamen, um sich vom Heiligen Franziskus segnen zu lassen. 
Der Pfad führt zur grotta del beato Leone (Grotte des seligen Löwen); hinter dem Bach befinden sich weitere Grotten von Gefährten des Heiligen. Beim Weitergehen finden Sie die grotta di san Masseo (Grotte des Heiligen Masseo) und jene von San Rufino (seligen Rufinus).
Heute heißt die im Wallfahrtsort lebende Mönch-Gemeinschaft alle willkommen, die das franziskanische Leben nach den Regeln des Lebens in der Einsiedelei kennenlernen wollen